ÖIAG drängt Post an Börse

8. Dezember 2005, 18:06
1 Posting

ÖVP sträubt sich - Keine Kapitalerhöhung

Wien - Die ÖIAG drängt die Politik zu einem Börsengang der Post. "Es wäre gut, wenn die Entscheidung jetzt getroffen würde, denn wir brauchen vier bis sechs Monate zur Vorbereitung eines Initial Public Offering", sagte ÖIAG-Vorstand und Post-Aufsichtsratschef Peter Michaelis.

Der gelbe Riese, von dem 25 bis 50 Prozent (minus eine Aktie) platziert werden sollen, sei börsenreif und ein attraktives Dividendenpapier. An Kalamitäten ist aber niemand interessiert, die ÖVP will sich in der EU-Präsidentschaft keine Flanke aufmachen.

Um die Gewerkschaft, die sich ein IPO nicht vor 2007 vorstellen kann, weil dann erst die Auswirkungen der weiteren Liberalisierung absehbar seien, zu befrieden, kann sich Michaelis sogar vorstellen, was er der Telekom Austria (TA) bisher verwehrt hat: Eine Mitarbeiterbeteiligung nach Vorbild der Voestalpine.

Deren Belegschaft hat inzwischen 10,2 Prozent der Aktien gekauft und diese in eine Stiftung eingebracht - was feindlichen Übernehmern ein Delisting verwehrt. Um die "Aktie gelb" zu einer Volksaktie zu machen, will die ÖIAG eine großen Aktienanteil für den Retail reservieren.

Keine Kapitalerhöhung

Nicht geplant ist eine gleichzeitige Kapitalerhöhung, die ÖIAG will den Erlös zur Gänze einstreifen. Die Post könnte für die Expansion aber danach den Kapitalmarkt anzapfen, meint Michaelis. So könnten alle Aktionäre an der Wertsteigerung partizipieren. Er glaube nämlich nicht, "dass der Eigentümer jetzt Kapital zuschießen will."

Notwendig für die Finanzierung der Expansion - verhandelt wird die Übernahme des Paketlogistikers Transoflex - ist der Börsengang nicht. Denn die Post könnte, wie Asfinag oder ÖBB, Anleihen begeben und sich so frisches Geld holen. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2005)

Links

Post AG

ÖIAG
Share if you care.