Benq will bei Handys profitable Töne hören

6. Dezember 2005, 10:35
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Kosteneinsparung durch flache Hierarchien - Knackpunkt sind aber die Produkte

Für die taiwanische Acer-Tochter Benq mobile steht momentan vor allem Aufklärungsarbeit an: Darüber, wie es gelingen soll, aus der am 1. Oktober übernommenen und zuletzt hochdefizitären Siemens-Handysparte ein profitables Unternehmen mit Geräten zu machen, die im Markt ob ihrer Ausstattung und innovativer Technik die nötige Beachtung finden.

Synergien

Eine Arbeit, für die in der Region Österreich und Osteuropa der Ex-Siemensianer Josef Forer verantwortlich ist. "Es gibt sehr gute Synergien", ist er überzeugt. "Siemens ist bekannt für deutsche Qualität, Prozessorientiertheit und Struktur, die Taiwaner stehen mehr für quicklebendig, innovativ und fröhlich", begründet der 49-jährige Nachrichtentechniker. Auch von der Geographie her ergänze man sich sehr gut. Einerseits die starke Präsenz der Siemens in Europa, andererseits sei Benq in den Märkten USA und Asien gut aufgestellt.

Flache Hierarchie

Synergie allein ist allerdings noch kein Garant für Erfolg. Und Erfolg, das hat die Benq Führungsriege von Anfang klar gemacht, bedeutet in diesem Fall Profitabilität - ein Wort, das bei Siemens zu guter Letzt angesichts einer Million Euro Schulden täglich ein Fremdwort war.

Kostenregulierung durch Hierarchieabflachung

"Der wesentliche Hebel, der hier angesetzt wird, heißt Kostenregulierung durch Hierarchieabflachung", sagt Forer. "Wir haben jetzt zwei Hierarchien weniger als vorher." Gespart werde in den Strukturen, durch den Verzicht auf ein breit gestreutes Sponsoring und durch günstigen Einkauf in Fernost.

Produkte

Der Knackpunkt, welche Rolle Benq mobile in Zukunft im Konzert der Handyhersteller spielen wird, liegt jedoch bei den Produkten. Und hier lautet Forer zufolge die Strategie, "dass wir das Produktportfolio ausgewogener betreiben". Sprich: Zur "Siemens-Stärke in der Einstiegsklasse" kämen auch höherwertige Organizer und PDA und vermehrt UMTS-Geräte hinzu.

Auf die zum Kauf reizenden und aus der "sehr guten Synergie" geborenen Produktneuheiten, die Benq auch von der großen Konkurrenz abheben soll, heißt es vorläufig noch "bitte warten". "Wir sind gerade einmal vor knapp acht Wochen gestartet", sagt Forer, "und auch wenn man weiß, dass die Taiwaner schnell sind, unter acht, neun Monaten, gelingt es auch ihnen nicht".

Geld verdienen

Dass die neue Handymarke Benq mobile mit einem Gesamtanteil von weltweit rund fünf Prozent sich neben Herstellern wie Nokia, Motorola und Samsung wie ein Zwerg ausnimmt, stört Forer nicht. "Wir wollen nicht den ersten Anbieter aus den Angel haben, sondern zunächst wieder Geld verdienen", meint er. "Und dann, wenn es uns gelingt, und da bin ich guter Dinge, die Stärke, die wir beide gemeinsam haben, auf die Straße zu bringen, dann haben wir ausreichend Know-how, Manpower und sonstiges, um sukzessive unsere Anteile zu verbreiten." (Der Standard Printausgabe, 29.11.2005, Karin Tzschentke)

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    Der Knackpunkt, welche Rolle Benq mobile in Zukunft im Konzert der Handyhersteller spielen wird, liegt jedoch bei den Produkten.

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