Baden, wo Stronach auch Präsident war

29. November 2005, 09:49
1 Posting

Das Ende der Ehe mit dem Trabrennverein

Baden/Wien - Es ist sieben Jahre her, dass Frank Stronach schon einmal ein sportliches Engagement platzen ließ. Beim Badener Trabrennverein war er ab 1996 Präsident, auch einiges Geld für den Verein streckte er vor. Als aber 1998 die Geschäfte, nicht zuletzt wegen der Wettkonkurrenz durch die Fußball-WM, schlechter liefen und die Badener dringend 500.000 Schilling (36.000 Euro) benötigten, um nicht noch während der laufenden Saison die Rennpreise kürzen zu müssen, kam nichts mehr. Was die Badener ärgerte, hatte doch Stronach damals gerade seine Liebe zum Fußball in Form der Wiener Austria wiederentdeckt und dort investiert.

Das ging den Aktiven unter Führung von Ex-Weltmeister Adi Übleis über die Hutschnur. "Uns fehlen 500.000 Schilling und vom Präsidenten keine Spur. Aber gleichzeitig schenkt er dem Fußballklub Austria, wo er gar keine Funktion hat, zehn Millionen", meuterten damals Übleis und seine Freunde. Die trotzige Reaktion des Präsidenten ließ nicht lange warten. Frank Stronach war sauer. "Normalerweise stehe ich über diesen Dingen", erklärte er seinerzeit in einem Interview, "aber es schmerzt schon, wenn man jährlich viel Geld für den Trabrennsport in Baden hergibt, und dann derartige Dinge in Zeitungen gedruckt werden."

Zu lesen und zu hören war, dass er als Präsident des Badener Trabrennvereins persönliche Interessen in den Vordergrund gestellt habe. Dabei habe er ja tolle Dinge vorgehabt. Aber andererseits könne es ohne echten Eigentümer, mit Vereinen (wie in Baden) nach seiner Meinung nie so gut funktionieren. Stronach, der Pferdemann, schmiss seine Funktion hin. Gleichzeitig ließ er die erstaunten Badener wissen, was seine Pläne mit der idyllischen Badener Trabrennbahn gewesen wären: Einen Park mit Kinderspielplatz anzulegen. Denn Rennen sollte es ja künftig nur noch auf seiner Rennbahn in Ebreichsdorf geben.


Immer rucki, zucki

Schwierigkeiten gab es auch schon früher mit einem Verein, dem kanadischen Jockey Club, wo Stronach den Ton angeben wollte. Als einige Mitglieder seine Ideen nicht goutierten, trat er aus - und baute sein eigenes Rennbahn-Imperium auf. (dol)

Share if you care.