Sind die Grünen noch zu retten?

von Redaktion  |  28. November 2005, 18:57
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Zum Zustand einer Partei, die sich beharrlich weigert, sich ihrem strukturellen Hauptproblem zu stellen - Ein Kommentar der anderen von Othmar Pruckner

"Alles wird gut" steht auf einer Tasche, die man im "Grünen Shop" kaufen kann und manch grüner Funktionär verweist dieser Tage gern auf die Tatsache, dass noch jeder Streit bei den Grünen irgendwann wieder gut ausgegangen sei. Vielleicht hilft die eilends verkündete Wiener Organisationsreform ja wirklich, die Streithähne/hennen ruhig zu stellen. Vielleicht schaffen es die Grünen sogar, bei der Klubklausur diesen Mittwoch einen länger wirksamen Waffenstillstand auszuhandeln und alle Fraktionen in das neue, noch namenlose Spitzengremium zu entsenden. Vielleicht. Doch die wirklichen Probleme der Partei, sowohl in Wien als auch im Bund, liegen tiefer, als dass man sie kurzfristig, mit einer halbherzigen Organisationsreform und blauäugigen Versprechen wegzaubern könnte.

Bei den Grünen wird, so wie in allen anderen Parteien, um die Macht gekämpft. Das fließt eben manchmal Blut. Es gibt bei ihnen genau so viel Neid, Eifersucht, Rivalität und Konkurrenz wie anderswo. Zusätzlich aber haben die Grünen ein heikles Generationenproblem. Christoph Chorherr, der den aktuellen Streit in Wien als erster öffentlich machte, wird nicht nur von der so genannten Fundi-Fraktion schon der Gruppe der "Altbauern" zugerechnet - obwohl er noch lange nicht fünfzig ist. Der "Realo", der hohe Bekanntheit und viel Sympathie bei bürgerlichen Wählern besitzt, wird von den Jungen wenig bis gar nicht geschätzt, weil er sich ungern sprachregeln lässt, lange Sitzungen hasst, manchmal gern die Diva spielt und es wagt, gegen das Dogma "Basisdemokratie" aufzutreten. Andererseits fühlt sich Chorherr, der 1986 als einer der ersten Mitarbeiter den Einzug der Grünen ins Parlament begleitet hat, als Ideengeber, als Kontakter zur Wirtschaft und erfahrener Medien-Netzwerker in seiner Partei nicht genug geschätzt.

Der wirkliche Vorwurf, der der Wiener Partei gemacht werden muss: Dass es für Leute wie Chorherr oder auch Sigrid Pilz keine adäquate Bühne gibt - möglicherweise auch abseits der sitzungsreichen Stadtrat- und Klubobmannebene.

Die Wiener Grünen haben bei der Gemeinderatwahl zu wenig Mandate gewonnen, um der nachdrängenden Jungen Generation und auch den gestandenen Politikern genug Funktionen bzw. Jobs bieten zu können. Es gibt, wohl aus Angst vor unliebsamer interner Konkurrenz, keine gezielte Nachwuchsförderung und -forderung, zu wenig Plattformen, auf denen der dringend benötigte Partei-Nachwuchs trainieren, sich einbringen, Politik machen könnte. Und für eine jahrelange grüne Ochsentour sind sich viele der jung-dynamischen Nachdrängler einfach zu schade.

Unkoordiniert . . .

Dagegen können viele der älteren grünen Mandatare, sowohl in den Ländern wie auch im Bund, schon einfach deshalb nicht "aussteigen", weil sie ihr einziges Einkommen aus ihrer politischen Arbeit beziehen und sich für einen Ausstieg aus der Polit-Karriere nicht hinreichend abgesichert haben.

Natürlich muss man auch über andere Fehler nachdenken. Etwa über diesen: Zwanzig Leute mischten im Wiener Wahlkampfteam mit, erst viel zu spät wurde ein engerer Kreis von fünf Haupt-Wahlkämpfern gebildet. Man arbeitete im Kontakt mit den Medien unkoordiniert und teilweise unabgesprochen. Ob die Wiener Klubobfrau Maria Vassilakou mehr als ein kleinster gemeinsamer Nenner zwischen all den grünen Wiener Fronten ist, muss sie erst beweisen. Sie wollte im Wahlkampf "Wiener Mut" zeigen, der sich aber im Wesentlichen auf die zur Schau gestellte Lust der Frontfrau am Motorrad-fahren beschränkte.

Was im Wahlkampf fehlte und auch jetzt fehlt, waren und sind konkrete Ideen und Projekte für die Stadt selbst. Von ÖVP-Chef Gio Hahn weiß man immerhin, dass er eine Bus-"Nightline" erfunden hat, den Donaukanal entwickeln möchte und ein Gratis-Kindergartenjahr verlangt. Die Grünen finden den Draht zu vielen Wählern nicht, weil es einen Mangel an plakatfähigen grünen Themen gibt, die auch außerhalb der Migranten-, Homo- und Sozial-Szene Spannung und Interesse erzeugen können. Kurz gesagt: Es sind zu viele Theoretiker und zu wenig "hemdsärmelig" arbeitende Mandatare am Werk.

Der Befund des Generationenproblems stimmt auch für die Bundesebene. Das Durchschnittsalter der Abgeordneten liegt bei 50 Jahren. Jüngste Abgeordnete ist Eva Glawischnig, die in ihrem Bemühen, via Boulevard zu neuen Wählerinnen-Schichten vorzudringen, nicht immer das richtige Feingefühl hat. Es fehlt - zumindest teilweise eine Frage des Alters - an Witz und Enthusiasmus. Die Absicht, überzeugen, gewinnen zu wollen, ist kaum mehr spürbar. Gab es in früheren Jahren oft zu viel Aufregung, gibt es jetzt zu wenig. Die Fähigkeit, politische Inhalte kurz, präzise und verständlich zu vermitteln, ist den Grünen oftmals fremd.

Zum Beispiel "Offen gesagt" am 13. November im ORF: Da saß der grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald und bot ein Bild des Jammers, der Resignation und der rhetorischen Unfähigkeit. Es gelang ihm das Kunststück, in der direkten Auseinandersetzung mit Bildungsministerin Elisabeth Gehrer völlig unterzugehen. Von einem Wissenschaftssprecher sollte man doch erwarten können, dass er in einer öffentlichen Diskussion so redet, dass "die Menschen draußen" auch irgendetwas des Gesagten verstehen können!

Überhaupt die grünen Abgeordneten. Der Abgang von Heidemarie Rest-Hinterseer mit Ende der Legislaturperiode wird wohl niemandem auffallen, genau so, wie die Abgeordnete selbst über die Jahre nicht aufgefallen ist. Wo bitte ist Sabine Mandak, die im Übrigen die Position der Jugend-und der Seniorensprecherin gleichzeitig bekleidet? Was macht derzeit Gabriele Moser? Wo versteckt sich Wolfgang Pirklhuber? Warum ist Brigid Weinzinger nie zu sehen?

Dass die Großparteien ihre Hinterbänkler haben, ist nichts Ungewöhnliches, aber dass in der kleinen Fraktion der Grünen bald mehr Hinterbänkler als Vorderbänkler sitzen, enttäuscht.

Bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl kam ebenfalls vorwiegend die "Gründergeneration" zum Zug. Damit ist nichts gegen Peter Pilz gesagt, aber er allein ist zu wenig: Es braucht auch und gerade im Grünen Klub einen funktionierenden Mix der Generationen.

. . . und ideenlos

Die Grünen sind in ihrem löblichen Bemühen, berechenbare Sacharbeiter zu sein, leider auch recht fade geworden. Die intellektuell faszinierende Rede fehlt. Die überraschende Pointe will nicht und nicht gelingen. Das komplexe Ausländerthema wird seit Jahr und Tag vorwiegend reflexartig abgehandelt, und generell drängt sich der Eindruck auf: Man will nur ja niemanden verschrecken - schon gar nicht die Autofahrer, weil die ja auch potenzielle Wähler sind.

Van der Bellen ist kein Freund von Aktionen, also denkt man besser gar nicht darüber nach und außerdem ist man schon aus dem Alter heraußen. Man agiert vorwiegend per APA-Aussendung, man wickelt im Parlament routiniert Sondersitzungen ab und gibt top-seriöse Pressekonferenzen. Das ist alles gut und schön und muss wohl auch so sein. Aber gemessen an den Ansprüchen, die die Grünen einst an sich gestellt haben, ist es bloß noch Routinearbeit - und bloße Routine ist eben zu wenig, um grüne Weihnachtswunder erleben zu können.

*Othmar Pruckner ist Redakteur im Wirtschaftsmagazin "trend" und Autor des Buches "Eine kurze Geschichte der Grünen", (Ueberreuter, 2005), das unter anderem auch bemerkenswerte Einblicke in die Geschichte der "Wende" gewährt - Zitat Van der Bellen über Viktor Klima:

"Er war in jeder Hinsicht schwer angeschlagen. Ich mache ihm keinen Vorwurf daraus, aber es war so. Er hat mich im Jänner, als klar war, dass er gescheitert war, angerufen und gefragt, ob wir eine Minderheitsregierung unterstützen würden. Das war eine völlig sinnlose Frage, denn SPÖ und Grüne hatten keine Mehrheit im Parlament. Das hat mich schon rätseln lassen, was in ihm, vorgeht. Vor diesem Hintergrund und wenn ich mich in Schüssels Position versetze, rein technisch musste man sagen: Mit Klima? Nein."

* Apropos Weihnachten und Ideenmangel: Die abgebildeten Taschen stammen aus dem "Grünen Shop" in der Wiener Neubaugasse und sind für Kinder jeden Alters um 23 Euro (bei Selbstabholung) käuflich zu erwerben. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.11.2005)

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bernhard henning
01.12.2005 13:18
Vernichtende Kritik der

Gruenen, die nur teilweise stimmt. Das Argument, das die aelteren Mandatare keinen Ausweg mehr haben als das Parlament ist jawohl laecherlich, und zeigt das der Autor keine Ahnung hat vom Arbeitsmarkt, schon mal was von Netzwerken gehoert? Darueber verfuegen gerade Politiker, auch wenn sie in der Opposition sitzen. Abgesehen wirkt der Artikel sehr subjektiv geschrieben und ist daher nicht ernst zu nehmen, harte Fakten waeren halt schon angebracht wenn man so etwas schreibt. Und was soll das Zitat von Van der Bellen ueber Klima??? Schon erstaunlich, was der Standard heutzutage alles veroeffentlicht. Aber Herr Pruckner, wenn sie wirklich so enttaeuscht sind von den Gruenen, waehlen Sie doch die OVP das naechste Mal....

General Schweijk
30.11.2005 10:24
Dieser Artikel bestätigt meinen Verdacht,

diese "Richtungskämpfe" nichts anderes als Existenzkämpfe von Einzelpersonen sind. Symptomatisch dafür sind Peter Pilz und van der Bellen. Sind nicht beide pragmatisierte, karenzierte Beamte (der eine Richter der andere Uniprofessor), die nicht mehr in ihre alten Jobs zurückwollen. Der eine glänzt durch grotesken punktuellen Aktionismus, der andere durch amorphe Positionslosigkeit, und das offensichtlich bis zur Rentenfähigkeit.

Daran sieht man, dass sich die Grünen nicht wirklich von anderen Parteien unterscheiden. Nur das alles öffentlicher und konzentrierter abläuft.

der kleine wassermann
30.11.2005 10:47
weder war noch ist pilz richter.

General Schweijk
30.11.2005 13:26
...sie haben recht, er ist gelerrnter Sozialwissenschaftler.

Was es nicht unbedingt erleichtert wieder im freien Markt fuß zu fassen...

Wladimir Antonov
30.11.2005 12:54
was war pilz eigentlich vor der politik?

oder gab´s das nicht?

Lord Lurch
30.11.2005 16:51
Glaub kaum,

der war ja schon zu Studentenzeiten mehr Politaktivist als Studiosi. GRM, net wahr?

nick morgenland 
03.12.2005 13:17
was churchill zum thema kommunismus gesagt hat, wird gerne zitiert, wenn es darum geht, politische biografien ins "rechte" licht zu rücken.

wenn jemand in seiner jugendzeit kommunist(in) gewesen ist, heißt es, handele es sich um etwas, was dem temperament der jugend entspräche. die jungen und wilden neigen zur auflehnung. in der frühen kindheit heißt die phase, in der so etwas auffällt, sinnigerweise auch trotzphase. wenn eine(r) in seiner bzw. ihrer jugendzeit trotzkist oder maoist gewesen ist, gilt das als entschuldbar (heute). ist's vielleicht eine jugendliche torheit gewesen (jugendirrsinn)? ausnahmen bestätigen wie immer die regel. ich denke an pestalozzi. als junger mensch der gruppe der revolutionären marxist(inn)en angehört zu haben, schließt nicht aus, dass es im laufe des lebens zu einem zustand kommt, der etwas mit abgeklärtheit und besonnenheit zu tun hat. stimmt's?

Leo Bronstein
29.11.2005 22:50

Die Grünen werden enden wie das LIF, schade, aber nicht zu ändern. War eine nette zeit, aber sie geht auch zu Ende.

nick morgenland 
03.12.2005 13:28
die grünen und alternativen werden sich weiter entwickeln...


es gibt ein paar gute gründe für diesen befund. gibt es sie?

sie verfügen über stammwähler(innen), treue stammwähler(innen).

die beiden großparteien sind gerade dabei sicher zu stellen, dass menschen, die an ökologischen fragen interessiert sind, sich fragen stellen werden. in zeiten wie diesen, die idee zu ventilieren, im alpenraum tempo 60 hoppala, tempo 160 auszuprobieren, zeigt, dass die schwarzen und die blauen zu schwach sind, unfähig sind, sich ernsthaft in fragen des umweltschutzes zu engagieren. wenn die sozialdemokratische partei bereits vor beginn des wahlkampfes eine vereinbarung trifft, die zum zweck hat, auf die förderung alterrnativer energietechnologien weitgehend zu verzichten, sagt das etwas aus. was sagt es aus?

Auto Bus
29.11.2005 19:00
find ich ok

das die grünen versuchen wieder mal die meinungen unter ihnen zu klären, denn partei ist an sich ein vielmenschenkonstrukt, und da muss es mal auch zu konflikten kommen, ausser die mitglieder sind wie die schafe um ihren grossen hirten und machen beee nur wenn der aaa sagt...

bin gespannt was herauskommt, denn dieser richtungskonflikt sollte sich auch dann im programm niederschlagen, wenn die zu irgendeiner lösung kommen.

nicht soo ok finde ich die mediale breittretung des an sich innerparteiliches kristallisierungskonflikts, und profitieren tun davon nur die regierungskoalition, die es natürlich auch frohfröhlich ausnutzt.

ich finde die grünen sollten kolportieren, das eine partei sich stehts weiterentwickelt, und das streit dazugehört

kbust
29.11.2005 17:06
...

jaja, wenn die vp "seriös" analysiert...

Willhelm_Tell
29.11.2005 17:15
Die VP kann nur Kuriositäten analysieren...

... die von Grüner Seite vorgegeben werden. Oder habe ich da etwas geschrieben, was nicht gestimmt hätte.

Willhelm_Tell
29.11.2005 16:42
Also ich führe bereits einen Kalender...

in den ich alle über die Medien breitgetretenen Untersuchungstermine von Frau Glawischnig eintrage, zusamen mit den Daten ihre im Anrollen befindlichen Babys. Ich kann es schon gar nicht mehr erwarten, endlich zu erfahren, ob es ein Bub oder Mädchen wird, ob es wie die Mama schwarzhaarig wird, welche Blutgruppe es haben wird und welche Art von Windeln Frau Glawischnig auswählen wird. Könnten die Grünen da nicht ein Forum anbieten, wo ich mich mit Gleichgesinnten aus-chatten könnte???? Wie spannend kann doch Politik sein - dank den Grünen.

angmar hexenkönig 
29.11.2005 16:34
Ein treffender Kommentar, an dem mich lediglich die Überschrift gestört hat.

Die Lösung des Nachwuchsproblems wird leider eine sehr harte und traurige sein: Es wird im Verlauf der Jahre geschehen.
Außerdem wird parteiintern mal deutlcih ausgesprochen, werden müssen, dass sich viele der "Jungen Wilden" eben doch die Ochsentour antun werden müssen, es kann nicht jeder gleich Abgeordneter werden, noch nicht einmal jeder Bezirksrat, der das gerne möchte.
Die Grünen täten gut daran, die verpuffenden Energien sehr vieler Mitglieder in Bürgerinitiativen, Gewerkschaftsbewegungen u.ä. zwischenzuparken. Das schafft mehr öffentliche Aufmerksamkeit und neue Netzwerke. Die Partei hat seit dem Jahr 2000 regen Zulauf erhalten, das mußte irgendwann in Verteilungskämpfen enden. Der Wiener LT-Club ist nur die Spitze des Eisbegs.

nick morgenland 
30.11.2005 04:53
dauerparkplatz


>Außerdem wird parteiintern mal deutlich ausgesprochen, werden müssen, dass sich viele der "Jungen Wilden" eben doch die Ochsentour antun werden müssen, es kann nicht jeder gleich Abgeordneter werden, noch nicht einmal jeder Bezirksrat, der das gerne möchte.<

junge und alte wilde...

ochsentouren sind ochsentouren...

es geht um die frage, ob es möglich ist, erfahrungen zu sammeln, sich zu bewähren, innerhalb einer partei, außerhalb einer partei.

wer sich bewährt hat, wer etwas vorweisen kann, hat das recht mitzubestimmen.

nicht alle können mitbestimmen. wofür ich keinerlei verständnis mehr habe, ist das faktum, dass bestimmte leute den versuch machen, den eindruck zu erwecken, sie seien unersätzlich. das wird schön langsam peinlich!

angmar hexenkönig 
30.11.2005 14:20
Wo Sie recht haben ...

nick morgenland 
02.12.2005 17:36

:-)

mr smoky
29.11.2005 20:19

verstehe ich sie falsch - oder schlagen sie den grünen gerade vor vorfeldorganisationen wie bei der övp (bünde) oder spö (gewerkschaften, ak, etc) zu bilden?

mfg
smoky

angmar hexenkönig 
30.11.2005 14:19
Nein, weil das längst geschehen ist.

Gras, GAJ, Grüne Wirtschaft, Grüne Senioren, Gewerkschaft ... gibt es ja schon alles und sind rechtlich weitgehend unabhängig von Bundes- oder Landesparteien.
Nur: es geschieht zu wenig.
Sehr viele Grüne sind über Bürgerinitiativen zur Partei gestoßen, doch anstatt weiterhin aktiv dort zu bleiben, werden sie zu Mandataren. Greenpeace und Global 2000 sind auch so einseitige Förderbänder.

Anstatt dass der Magen (Parteimitglieder) die Nahrung an die umliegenden Netze und Organe weitergibt, wird nur permanent der Magen durch Netze und Organe gefüttert, was irgendwann zu heftiger Übelkeit und Erbrechen führen muss.

Es haben zu viele Leute keinen Tätigkeitsbereich, und den müssen sie aber kriegen.

mr smoky
30.11.2005 17:12

anscheinend nicht attraktiv genug bzw ein paar menschen meinen ihre zeit wäre nicht gut genug um "nur" in einer vorfeldorganisation zu werken ...


da ist interne pr-arbeit angesagt

mfg
smoky

angmar hexenkönig 
01.12.2005 02:35
100% ihrer Meinung.

dakila dakila
29.11.2005 15:58
Schön langsam wird die andauernde Reihe der grün-kritischen Artikel wirklich ungut.

Den Grünen vorzuwerfen, dass sie Chorherr keine "adäquate Bühne" bieten würden, ist lachhaft; wer gewählt wird hat auch "Bühne", wer allerdings - weil nicht gewählt - sich eine "Bühne" mittels Zeitungsinterviews gegen die eigene Partei verschafft, ist schlicht (auch wenn's altmodisch klingt) unehrenhaft!

Auch dass Hahn's "Bus-Nightline" und die gastrokitschige "Entwicklung" des Donaukanals den grünen Themen Migranten-, Homo- und vor allem Sozialpolitik überlegen sein sollen, kann ja wohl nicht ernsthafte Behauptung seriöser Berichterstattung sein!

Bei allem Verständnis dafür, dass der nächste Wahlkampf naht und die ÖVP einen langen Arm hat, wäre es doch an der Zeit für ein bissl seriöseren Journalismus.

win
29.11.2005 15:04

Ach was für ein gscheiter Kommentar - ist ja da und dort was wahres dran, nur was soll ma jetzt tun? Ein paar Leut rausschmeißen damit sich mehr Nachwuchs profilieren kann? Oder dem Nachwuchs sagen: Pech gehabt, gibt halt nicht mehr Mandate? Komisch nur, dass die größeren Parteien, die viel mehr Platz für HinterbänklerInnen und Nachwuchspflege hätten, viel viel älter ausschauen als die Grünen. So fad können die Grünen anscheinend gar nicht werden, dass sie nicht immer noch besser sind als ihre Konkurrenz!

nick morgenland 
30.11.2005 05:25
aktivität


das geringere übel zu sein, reicht nicht. ohne reform wird es sehr sehr schwer werden. es gibt ein paar leute, die gut verankert sind, dem aufstieg der grünen und alternativen aber schaden zufügen, weil sie zu einseitig sind, weil sie politik betreiben für bestimmte grüppchen. auf normalem weg geht's offenbar nicht mehr sie loszuwerden. in diesem sinne glaube ich, dass es richtig ist zu sagen, wir brauchen eine begrenzung. nach zehn bis zwölf jahren sollte es einen ausstieg geben aus der spitzenpolitik. in gefahr sind immer nur die hinterbänkler(innen), praktisch chancenlos sind die neueinsteiger(innen). dass eine(r) mal wegstirbt? kein schöner gedanke, ich weiß.

wenn das von anfang feststeht, wird es hoffentlich kein problem mehr geben.

nick morgenland 
30.11.2005 05:19
statutenänderungen


>Außerdem wird parteiintern mal deutlcih ausgesprochen, werden müssen, dass sich viele der "Jungen Wilden" eben doch die Ochsentour antun werden müssen, es kann nicht jeder gleich Abgeordneter werden, noch nicht einmal jeder Bezirksrat, der das gerne möchte.<

warum nicht? auf die freundliche art und weise halt. es gibt auch ein leben nach der politik. die leute könnten in die ngos gehen, ngos gründen, könnren journalist(inn)en werden, politisch beraten, bücher schreiben, was auch immer, sogar unternehmen gründen. da das alles viel zu selten passiert, die mechanismen der machterhaltung bestens funktionieren, kaum eine chance besteht sich zu profilieren, wäre es überlegenswert, den ausstieg vorzuschreiben. dann ist er auch keine schande.

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