Weltpremiere: Auflösbarer Speiseröhren-Stent in Linz

5. Dezember 2005, 13:17
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Linz - Das Allgemeine Krankenhaus (AKh) Linz hat den weltweit ersten auflösbaren Speiseröhren-Stent ("Stütze") entwickelt. Er wird bei Blutungen von Krampfadern in der Speiseröhre eingesetzt und erspart den Patienten den Aufenthalt in der Intensivstation sowie einen weiteren Eingriff, nämlich die unangenehme Entfernung des Stents. Das teilte das Krankenhaus in einer Presseaussendung am Montag mit.

Krampfadern können nicht nur in den Beinen, sondern in Folge einer Lebererkrankung auch in der Speiseröhre auftreten. Dann fließt das Blut nicht auf dem üblichem Weg von der Leber zum Herzen, sondern nimmt den Umweg über die Krampfadern der Speiseröhre. Werden diese im Laufe der Zeit zu sehr belastet, können lebensgefährliche Blutungen auftreten.

Erleichterung für Patienten

Bis vor einem Jahr musste Patienten mit blutenden Krampfadern ein Ballon eingesetzt werden. Schlucken und Nahrungsaufnahme waren nicht möglich, ein längerer Aufenthalt auf der Intensivstation mit künstlicher Ernährung und Tiefschlaf war notwendig. Dann entwickelten Dozent Jan Danis und Oberarzt Rainer Hubmann vom Linzer AKh einen Stent aus einem Metallgeflecht für die Speiseröhre, der wie ein Kompressionsverband auf die Speiseröhre drückt und den Patienten die Intensivstation erspart. Im vergangenen Jahr wurden bereits 25 derartige Stents eingesetzt.

Neurdings setzen die beiden Ärzte aber einen Stent aus einem Kunststoffgeflecht ein, das sich nach etwa drei Wochen auflöst und rückstandsfrei über den Darm ausgeschieden wird. Damit bleibt den Patienten auch die unangenehme Stent-Entfernung erspart. Er kann leicht gehandhabt werden, so dass er nicht nur von den Chirurgen im Krankenhaus, sondern auch von den Notfall-Medizinern, die mit dem Noteinsatzfahrzeug Akutpatienten vor Ort betreuen, eingesetzt werden kann.(APA)

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