Inkassounternehmen kassierten im Vorjahr 170 Millionen Euro

8. Dezember 2005, 17:48
posten

Österreichs Inkassounternehmen haben 2004 zwar weniger Auftragsvolumen erhalten, für ihre Auftraggeber aber trotzdem mehr einkassiert

Wien - Österreichs Inkassounternehmen haben 2004 zwar weniger Auftragsvolumen erhalten, für ihre Auftraggeber aber trotzdem mehr einkassiert. Von Gläubigern wurde im Vorjahr an die Mitgliedsbetriebe des Inkassoverbands ein Auftragsvolumen von 734,5 Mio. Euro übergeben. Das waren um 12,4 Mio. Euro weniger als 2003. Davon wurden von Inkassounternehmen 169,68 Mio. Euro inkassiert. Das Ergebnis konnte um 6,09 Mio. Euro gesteigert werden, teilt der Inkassoverband am Montag mit.

Der Gesamtauftragsstand - also auch alle schon in den Jahren zuvor erteilten Aufträge an Inkassounternehmen - belief sich im Jahr 2004 auf 2,022 Mrd. Euro, gegenüber 2003 ein Rückgang von 26,1 Mio. Euro.

"Seit einigen Jahren lässt sich ein Trend bei den Stückzahlen, also den von Gläubigern erteilten Aufträgen feststellen", so der Präsident des Inkassoverbandes Österreich, Manfred Ratz. Diese Entwicklung sei sowohl auf den nach wie vor im Gang befindlichen Outsourcing-Prozess der Wirtschaft als auch auf den Umstand, dass Gläubiger offene Forderungen weit früher als bisher an Inkassounternehmen vergeben, zurückzuführen.

Funktionierende Markt notwendig

Dieser Trend zeige, dass für einen funktionierenden Markt die Dienstleistung Inkasso eine Notwendigkeit darstelle. "Können Unternehmen sicher sein, dass im Fall des Falles ihre ausständigen Forderungen von professionellen Partnern seriös betrieben werden, verbessert dies ihre Wettbewerbsfähigkeit", so Ratz. Die Betreibung offener Forderungen schaffe für Unternehmen ein Mehr an Liquidität.

Laut Inkassoverband beträgt die durchschnittliche von Inkassounternehmen für Gläubiger inkassierte Summe 182 Euro. Im Vergleich zwischen den Jahren 2002 und 2004 lässt sich nur eine geringfügige Differenz der durchschnittlich inkassierten Beträge feststellen: So betrug im Jahr 2002 die durchschnittlich zu inkassierende Auftragssumme 181,6 Euro, während es im Jahr 2004 exakt 182,16 Euro waren.

Geringere Forderungen seien besser einbringlich als höhere, so Ratz. Inkassounternehmen erledigten rund 50 Prozent aller Aufträge erfolgreich, während bei 10 Prozent aller Aufträge die Einbringung als unmöglich erachtet werden muss.

Auftragsabwicklung in zwei bis drei Monaten

Kunden von Inkassounternehmen könnten sicher sein, dass ihre Aufträge in der Regel binnen zwei bis drei Monaten abgewickelt werden, während es durchschnittlich sieben Monate dauere, bis ein Gerichtsvollzieher seine Tätigkeit aufnimmt, so Ratz. Bei Forderungen, die sich in der Höhe von rund 100 Euro bewegten, lägen die Verfahrenskosten gerichtlicher Betreibung wesentlich höher als die von Inkassounternehmen verrechneten Honorare.

Die öffentliche Verwaltung hinke, was das Outsourcing des Mahnwesens betrifft, der Entwicklung in der Privatwirtschaft hinterher, die bereits seit Jahrzehnten Mahnwesen und Inkasso von Inkassounternehmen durchführen lässt. Weitere Aufgabenfelder für privates Inkasso im Bereich des öffentlichen Forderungsmanagements sieht Ratz in der Einbringung von offenen Abgaben für kommunale Dienstleistungen wie Wasser- und Kanalgebühren. (APA)

Share if you care.