Macho sieht trotz Patzer neue Chance

2. Dezember 2005, 12:26
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Hoffen auf neuen FCK-Trainer Wolfgang Wolf - ÖFB-Tormann: "Lautern hat oberste Priorität, alles andere interessiert mich nicht"

Kaiserslautern - Von einer Profi-Karriere im Ausland träumen viele heimische Fußballer. Jürgen Macho hat seinen Traum längst verwirklicht, doch zu beneiden ist er derzeit nicht. Bei seinem Comeback in den Reihen des 1. FC Kaiserslautern kassierte der ÖFB-Tormann am Samstag in Hannover fünf Tore und von der Zeitung "Bild am Sonntag" die schlechteste Note (6). Das Tabellenschlusslicht aus der Pfalz ist nun schon elf Spiele sieglos!

Nach dem 1:5 gegen die 96er, der zweiten Fünferpackung der Saison nach dem 1:5 daheim gegen Werder Bremen, werden die zahmen "Roten Teufel" von vielen Fans auf dem Bundesliga-"Friedhof Zweite Liga" schon zu Grabe getragen. Doch Macho, der erstmals seit 22. Oktober (1:4 in Gladbach) wieder zwischen den Pfosten stand, sieht das freilich anders: "Wir sind nicht so schlecht wie wir dastehen. Wir müssen Ruhe bewahren und anfangen zu punkten."

Auch der neue FCK-Trainer Wolfgang Wolf, der sich seinen Einstand als Nachfolger von Michael Henke anders vorgestellt hatte, pflichtet seinem Legionär bei: "Wir müssen an uns glauben. Wir werden nicht die weiße Fahne hissen. Es gibt noch 20 Spiele und es ist noch alles drin." Wolf hat sein Personal noch gar nicht richtig kennen gelernt, das will er aber von Dienstag bis Freitag im Rahmen eines Camps in Marburg (Hessen) nachholen.

"Er ist ein guter, routinierter Mann, aber erst wenige Tage bei uns. Im Trainingslager wird es Einzelgespräche und dazu auch viel Abwechslung geben", so Macho, der den neuen Mann auf der Kommandobrücke auch für sich persönlich mit Blickrichtung Nationalteam als neue Chance und neue Hoffnung ansieht. "Trainerwechsel sind für mich nichts Neues. Ich weiß, wie man damit umgeht. Ich werde mich im Training für jedes Spiel mit Leistung aufdrängen."

Wolf hat sich zur Zukunft "seiner Nummer eins" noch nicht geäußert. Macho war am Samstag deshalb zum Zug gekommen, weil der 37-jährige Thomas Ernst wegen einer Knieblessur ausfiel. Inzwischen ist der Routinier wieder fit und damit ab sofort wieder Machos Rivale. Dass der Ex-Rapidler mit England-Vergangenheit wegen seines Patzers, der zum 0:1 in Hannover geführt hatte, schlechte Karten besitzt, glaubt der Wiener nicht.

"Zuerst wollte ich den Ball fangen, dann habe ich mich fürs Fausten entschieden. Es war ein Konzentrationsfehler von mir, dazu stehen ich und rede ich nicht herum. Das habe ich auch in der Kabine meinen Kollegen sofort so mitgeteilt", erzählt Macho, der trotz der fünf "Bummerl" seine Leistung in Hannover als "sonst nicht so schlecht" bewertete. Mit mangelndem Selbstvertrauen sowie Eigenfehlern und Verunsicherung hätte jeder zu kämpfen.

An den zu vielen Gegentoren, die durch individuelle Aussetzer entstanden waren, sei nicht nur die Abwehr allein, sondern die ganze Mannschaft Schuld. Vier Treffer aus Standardsituationen und ein Kontertor sind Beweis dafür, dass der FCK mit der Abstimmung in den eigenen Reihen mehr zu kämpfen hatte als mit dem Gegner. Wolf dazu: "Wir haben Standards erst einmal trainiert, das wird ebenfalls ein Schwerpunkt im Trainingslager sein."

Der 48-jährige Trainer möchte vor dem wichtigen Heimspiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt auf dem hessischen Trainingsplatz und abseits davon ein Zusammenrücken seiner Truppe sehen. Daher verschwendet Macho auch keinen Gedanken darüber, das sinkende Schiff vielleicht vorzeitig zu verlassen. "Ich habe hier einen Vertrag bis 2006, der FCK hat oberste Priorität, alles andere interessiert mich nicht", so der 28-Jährige, der von Meldungen gelesen und gehört hat, die ihn mit Red Bull Salzburg in Verbindung bringen.(APA)

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