Ahtisaari: Kosovo-Politiker sollen von Mazedonien lernen

28. November 2005, 13:35
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Ohrid-Abkommen von Chefverhandler als Beispiel für Aufbau multi-ethnischer Gesellschaft gelobt

Belgrad/Skopje - Der UNO-Chefverhandler für das Kosovo, Martti Ahtisaari, hat das Ohrid-Abkommen in Mazedonien als Vorbild für die südserbische Provinz genannt. Das Abkommen, mit welchem im August 2001 die mehrmonatigen bewaffneten Konflikte zwischen albanischen Extremistengruppen und den mazedonischen Streitkräften beendet wurden, sei ein Beispiel für die Prinzipien, auf welche sich eine multi-ethnische Gesellschaft, welche die Staatengemeinschaft auch im Kosovo sehen möchte, stützen solle. Ahtisaari meinte dies laut den Belgrader Medien am Sonntagabend in Skopje vor Abschluss seiner ersten Balkan-Reise.

Die Kosovo-Politiker sollten etwa von Mazedonien lernen, wenn es um die Dezentralisierung und das Funktionieren multi-ethnischer Gemeinden gehe, betonte Ahtisaari weiters.

Nicht Bestandteil

Der mazedonische Präsident Branko Crvenkovski erklärte nach dem Treffen mit Ahtisaari, das Mazedonien nicht Bestandteil des Prozesses der Suche nach einer Lösung für den Kosovo-Status sei. Skopje wolle daher eine jede Lösung akzeptieren, über welche sich Belgrad und Pristina einigen würden. "Die einzige Bedingung mazedonischerseits dafür ist, dass durch diese Lösung das Prinzip der Unveränderbarkeit der aktuellen Staatsgrenzen beachtet wird", erklärte Crvenkovski.

Gut ein Viertel der Bevölkerung Mazedoniens macht die albanische Volksgruppe aus. Die Lösung der Kosovo-Frage könnte daher beträchtliche Auswirkungen auch auf das Nachbarland haben.

Im Rahmen seines einwöchigen Aufenthaltes in der Region hat Ahtisaari neben Pristina und Belgrad auch noch Podgorica, Tirana und Skopje besucht. Mitte dieser Woche wird der UNO-Chefverhandler auch nach Moskau reisen. (APA)

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