Grüne: Vor Sonntagsöffnung mehr Arbeitsrechte

28. November 2005, 13:04
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Ausbau rechtlicher Standards und Schaffung Existenz sichernder Teilzeitarbeit gefordert

Wien - Entschieden gegen eines Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wenden sich die Wiener Grünen. Ihre Partei sehe "keinen Handlungsbedarf", vor allem in der Frage der Sonntags- und Feiertags-Öffnung im Handel, betonte am Montag die nicht amtsführende Stadträtin Monika Vana in einer Pressekonferenz. Dies gelte zumindest so lange, bis es nicht eine "massive" Verbesserung der ArbeitnehmerInnenrechte gebe.

"Geregeltes Familienleben nicht möglich"

Unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen der rund 57.000 im Handel Beschäftigten, von denen 64 Prozent Frauen seien, sei kaum ein geregeltes Familienleben möglich. Schließlich gerate "das Arbeitsrecht vollkommen unter die Räder des Konsumzwangs", bedauerte Vana.

Härtere Kontrollen

Die Grünen Forderungen seien deshalb unter anderen der Ausbau arbeitsrechtlicher Standards und die Schaffung Existenz sichernder Teilzeitarbeit. Vana plädierte für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, die Mitbestimmung der Betroffenen bei Dienstplänen und härtere Kontrollen durch die Arbeitsinspektorate.

Außerdem solle die Stadt über Mittel des Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) verstärkt Weiterbildungsmaßnahmen für Handelsangestellte anbieten. Grundsätzlich lobte Vana aber Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S), der die Diskussion über eine Sonntagsöffnung im Handel bisher nicht aufgegriffen habe. (APA)

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