Rumänische Banken-Privatisierung: CEC muss auf BCR warten

8. Dezember 2005, 18:59
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Der Termin für die Abgabe verbindlicher Offerte für die rumänische Sparkasse CEC verschoeben - Angebote erst im Jänner

Bukarest/Wien - Der Termin für die Abgabe verbindlicher Offerte für die rumänische Sparkasse CEC dürfte von heute, Montag, auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben werden hieß es heute morgen. Die notwendigen Unterlagen seien vom rumänischen Finanzministerium noch nicht verschickt worden, so Insiderkreise.

Voraussichtlich erst im Jänner müssen die sieben noch im Rennen befindlichen Bieter ihre verbindlichen Offerte für die Mehrheitsanteile an der rumänischen Großsparkasse CEC abgeben. "Wegen des derzeitigen Standes der Privatisierungsvorbereitungen und im Interesse der Investoren" werde sie verlängert, teilte das Finanzministerium in Bukarest laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg mit.

"Wir werden versuchen, einen sinnvollen Termin für die Abgabe verbindlicher Angebote festzusetzen. Das wird wahrscheinlich im Jänner sein", hieß es in der Mitteilung des Finanzministeriums.

"Man will die Entscheidung bei der BCR abwarten", sagte eine Sprecherin der Erste Bank auf APA-Anfrage am Vormittag.

Die Erste Bank steht bei der Privatisierung der Banca Comerciala Romana (BCR) im Finale, gemeinsam mit der portugiesischen Banco Comercial Portugues (BCP). Die Entscheidung über den Zuschlag wird hier noch für diese Woche erwartet. Offenbar wollen die rumänischen Behörden der Erste Bank die Möglichkeit geben, sich zunächst nur auf die BCR konzentrieren zu können, ohne gleichzeitig ein bindendes Angebot für die CEC abgeben zu müssen. Dadurch soll der Preis für die BCR - und somit auch die Benchmark für die CEC (Casa de Economii si Consemnatiuni) - in die Höhe getrieben werden.

Noch in Geduld fassen

Auch bei Raiffeisen International (RI) muss man sich also noch in Geduld fassen - RI-Chef Herbert Stepic geht davon aus, dass eine Entscheidung über die CEC nicht mehr in diesem Jahr erfolgen wird, wie er in der vergangenen Woche sagte. Bis wann nun verbindliche Angebote unterbreitet werden müssen, ist zwar noch nicht klar, fest steht aber: "Wir werden fristgerecht ein Offert abgeben", so ein RZB-Sprecher heute zur APA.

Unter den noch verbliebenen Bietern für die CEC sind neben der Erste Bank und Raiffeisen auch die Banca Monte dei Paschi die Siena, die griechische EFG Eurobank Ergasias, die National Bank of Greece, die ungarische OTP Bank und Dexia. Analysten schätzen den Kaufpreis für die BCR auf 3,2 Mrd. Euro. Laut rumänischen Medienberichten hat die EFG Eurobank für 75 Prozent der Anteile an der CEC bisher 300 Mio. Euro geboten, während die OTP 270 Mio. Euro offeriert. Auch Raiffeisen soll zu den Top-Bietern gehören. (APA)

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