"Time"-Journalistin muss in CIA-Affäre aussagen

2. Dezember 2005, 14:40
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Wegen Gesprächen mit Roves Anwalt

In der Affäre um die brisante Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame, in die sogar US-Vizepräsident Dick Cheney verstrickt ist, hat der zuständige Sonderermittler eine Journalistin des US-Nachrichtenmagazins "Time" vorgeladen. Viveca Novak muss Sonderermittler Patrick Fitzgerald über Gespräche mit Robert Luskin Auskunft geben, einem Anwalt von US-Präsidentenberater Karl Rove, wie die "New York Times" in ihrer neuesten Ausgabe unter Berufung auf "Time"-Angaben berichtete. Es blieb zunächst unklar, was die Ermittler von Novak erfahren wollten. Sie habe an einem Artikel mitgewirkt, in dem Luskin zitiert werde, hieß es. Vor Kurzem musste bereits US-Starreporter Bob Woodward vor Sonderermittler Fitzgerald aussagen, weil er den Namen der CIA-Agentin Plame aus dem Regierungsapparat an ihn verraten wurde.

Enttarnung

Plames Identität war an die Medien verraten worden, nachdem ihr Ehemann Joseph Wilson sich in der Kontroverse um den Irak-Krieg gegen die Regierung gestellt hatte. Konkret trat der frühere Botschafter der Behauptung von US-Präsident George W. Bush entgegen, der ehemalige irakische Machthaber Saddam Hussein habe sich im westafrikanischen Staat Niger waffenfähiges Uran zu beschaffen versucht. Die darauf folgende Enttarnung seiner Frau wurde damals von vielen Beobachtern als Racheakt des Bush-Lagers an Wilson gedeutet, weil Plame damit nicht mehr länger als Undercover-Agentin arbeiten konnte.

Im Zusammenhang mit der Affäre wurde der frühere Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis "Scooter" Libby, im Oktober von dem Sonderermittler wegen Falschaussage, Meineids und Behinderung der Justiz unter Anklage gestellt. Gegen den Präsidentenberater Karl Rove ermittelt Fitzgerald weiter. (APA/AFP)

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