Telekom-Vorstand wird spätestens 2007 kleiner

12. Dezember 2005, 14:06
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Brisante Themen im Sonder-Aufsichtsrat - Ablöse von Sundt steht nicht im Vordergrund

Offiziell will die ÖIAG erst im April 2006 über die Nachfolge von Telekom-Vorstandschef Heinz Sundt entscheiden. Auch eine vorzeitige Ablöse des bis April 2007 installierten TA-Generaldirektors stellt die Verstaatlichtenholding offiziell in Abrede - obwohl Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Telekom Austria (TA) eindeutige Indizien dafür sehen.

Diskussionen

Die Einladung für die am 12. Dezember anberaumte 63. außerordentliche Aufsichtsratssitzung spricht freilich eine andere Sprache. Insbesondere Tagesordnungspunkt 2 verspricht brisante Diskussionen, geht es dabei doch um nicht weniger als die "Anzahl der Vorstandsmitglieder", die Österreichs größten Telekomkonzern künftig führen sollen.

Einschränkung

Dabei geht es offensichtlich nicht mehr prioritär um die Ablöse Sundts. Man wolle sicherstellen, dass der Vierervorstand nach dem Abgang des Generaldirektors zu einem Dreiervorstand schrumpfe, versichern ÖIAG-Insider. Da eine vorzeitige Ablöse gegen die Kapitalvertreter im TA-Aufsichtsrat wohl nicht mehr durchzubringen sei, werde dies spätestens im April 2007 der Fall sein.

Virtuelle Holding

Hand in Hand damit zu sehen ist laut TA-Kapitalvertretern allerdings Punkt 1 der außertourlichen Abendsitzung: die Holding-Struktur. Selbige werde zunächst als "light-version" installiert, um die Synergien zwischen Festnetz und Mobilkom zu stärken. Wenn A1-Chef Boris Nemsic seinem Mentor Sundt an die Telekom-Spitze folge (was spätestens im Frühjahr 2007 der Fall sein dürfte, Anm.) werde das TA-Festnetz um Personal- und Finanzagenden angereichert und eine eigene Aktiengesellschaft. An der Börse bleibe alles unverändert, denn die jetzige "Telekom Austria AG" bleibe als Holding-Dach auch künftig das "Interface für die Aktionäre" Die unter Punkt 3 der Tagesordnung vorgesehene "Ermächtigung des Personalausschusses" kann sich demnach nur mehr auf die Auswahl des Personalberaters beziehen, der einen Nachfolger für TA-Finanzchef Stefano Colombo suchen darf. Denn der ist ebenfalls im April 2007 weg. (Luise Ungerboeck / DER STANDARD Printausgabe, 28.11.05)

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