Angespannte Lage vor Prozess

29. November 2005, 09:38
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Zwei Briten bei Angriff südlich von Bagdad getötet - Granate in Grüner Zone explodiert

Bagdad - Vor der Wiederaufnahme des Prozesses gegen den gestürzten Staatschef Saddam Hussein war die Lage im Irak am Montag deutlich angespannt. Südlich von Bagdad wurden zwei Briten getötet, als ihr Bus mit schiitischen Pilgern an einem Kontrollpunkt angegriffen wurde, wie die Polizei mitteilte. Der Bus war auf dem Weg zu religiösen Stätten. In der besonders geschützten Grünen Zone in Bagdad, wo das Gericht tagen sollte, ging eine Granate nieder. Berichte über Opfer gab es nicht.

Der frühere US-Justizminister Ramsey Clark traf zur Unterstützung der Verteidigung von Saddam Hussein am Montag in Bagdad ein. Es war jedoch nicht klar, ob Clark den Gerichtssaal überhaupt werde betreten dürfen, weil er kein offizieller juristischer Berater ist. Clark hat sich für eine Verlegung des Prozesses ins Ausland ausgesprochen - mit der Begründung, dass ein faires Verfahren im Irak nicht möglich sei. Er verwies auf den andauernden Aufstand im Land sowie die militärische Besatzung seitens der USA und ihrer Alliierten.

Sicherheitsgründe

Der Prozess gegen Saddam Hussein war vor fünf Wochen unterbrochen worden. Erwartet wurden nunmehr die ersten Zeugenaussagen über das Massaker in der schiitischen Ortschaft Dujail im Jahre 1982, für das dem Ex-Präsidenten und seinen sieben Mitangeklagten die Todesstrafe droht. Aus Sicherheitsgründen sollten die Zeugen hinter einer Abschirmung aussagen, um ihre Anonymität zu wahren. Saddam Hussein hatte zum Prozessauftakt alle Vorwürfe zurückgewiesen und die Legitimität des Gerichts bestritten.

Unklarheit herrschte weiterhin über das Schicksal von vier im Irak entführten Mitarbeitern einer Hilfsorganisation. Darunter befinden sich zwei Kanadier und ein Brite, wie die Regierungen in Ottawa und London am Sonntag mitteilten. Bei dem vierten Verschleppten handelt es sich unbestätigten Berichten zufolge um einen Amerikaner. Über den Tatort verlautete nichts. Auch äußerten sich die beiden Regierungen nicht dazu, für welche Organisation die Entführten tätig waren. (APA/AP)

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