Infineon erwägt nach Sparten-Börsengang Zukauf in Japan

29. November 2005, 11:07
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Auch andere Optionen als Going-public für Speichersparte erwogen: Kooperationen oder Aktiensplit ebenfalls denkbar

Frankfurt - Der Münchener Chiphersteller Infineon, der auch über ein Werk in Villach in Kärnten verfügt, will die Mittel aus dem anvisierten Börsengang der Speicherchip-Sparte unter anderem für Zukäufe nutzen.

Zur Stärkung des im Konzern verbleibenden Geschäfts mit so genannten Logikchips denke das Unternehmen vorrangig an eine Akquisition auf dem wichtigen japanischen Markt, wird Vorstandschef Wolfgang Ziebart in der "Börsen-Zeitung" (Samstag-Ausgabe) zitiert. Infineon habe dabei bevorzugt die Automobil- und Industrieelektronik im Blick.

Der größte europäische Chiphersteller will sich bis Mitte kommenden Jahres in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten, eines für Speicher- und eines für Logikchips. Die Speicherchip-Sparte soll dabei möglichst an die Börse gebracht werden.

Bessere Kooperationsmöglichkeiten

Von der Aufspaltung verspricht sich Infineon bessere Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Unternehmen. Nach der Ausgliederung des Speicherchipgeschäfts hätten die beiden dann selbstständigen Konzernteile deutlich mehr Chancen bei der Suche nach geeigneten Partnern, sagte Ziebart der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe): "Ein Speicherchip-Partner konnte mit dem Logikgeschäft nichts anfangen und umgekehrt, das wird sich dann ändern."

Indes erwägt Infineon auch andere Optionen als einen Börsengang für Speichersparte. Zwar sei der Börsengang die bevorzugte Variante des Managements, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) aus ihrer Montag-Ausgabe den Vorstandschef Wolfgang Ziebart. Es kämen aber auch Kooperationen oder ein Aktiensplit in Frage.

Ziebart geht davon aus, dass die zwei Verlustbringer im Geschäft mit Logikchips in absehbarer Zeit wieder profitabel sein werden. "Bei den mobilen Plattformen für Handys wird es fünf bis sieben Quartale bis zum Break-Even dauern", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Im Chipkartengeschäft werde hingegen schon für das Schlussquartal des Kalenderjahres 2006 mit dem Erreichen der Gewinnzone gerechnet, bekräftigte er. (APA/Reuters)

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