Klondike in Wien

15. Oktober 2006, 19:07
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Das Stadion, die Sponsoren, der Bürgermeister und ein profitables Entertainment-Unterfangen mit Investor

Erst ordnet eine Illustrierte der Austria und ihrem Aufrührer Helmut Denk vier Firmen als Sponsoren zu, Burger King, Bayer, Intersport und Porsche. Die vier Betriebe dementieren, noch ehe das Blatt im Trafikständer hängt. Schließlich sucht Kurator und Bürgermeister Michael Häupl selbst Sponsoren.

Geht es überhaupt um die Austria? Der Fußball ist eine Boombranche, man darf sich nicht von den labilen Klubfinanzen täuschen lassen. Der Kick bietet der Illustrierten-Welt eine Kulisse, die "Wirklichkeit" dahinter ist bloß Rohstoff. Meist wird die Aufmaschelung gutgeheißen, von "Licht ins Dunkel" bis zu Talkshows - außer Karl-Heinz Grasser schwafelt.

Die Austria braucht angeblich ein neues Stadion. Es soll an Wiens Südrand entstehen, mit Umsatzmaschinen wie einem Einkaufszentrum. Für Investoren ein Leckerbissen, den die Stadt Wien mit einer U-Bahn versüßt.

Die Stadt macht das auch ohne Stadion, sagt Häupl, der Wiens teure Kaufkraft nicht mehr an die SCS verlieren will. Wenn es das Stadion nicht braucht, wozu braucht man Frank Stronach?

Hat man mit Stronach einen lästigen Mitbewerber vertrieben oder disziplinieren wollen? Bildet der Illu-Bericht samt Dementis die "Realität" treffend ab, weil derzeit alle Interessenten abwinken, um nicht aufzufallen?

Und wenn Stronach das Stadion baut und Austria/ Rapid vermietet - um einen Spottpreis, weil sie so nett sind und Massen in die anderen Etablissements locken? Es wäre Stronachs erstes profitables Entertainment-Unterfangen in Österreich, und Häupl hätte einen Großinvestor bei der Stange gehalten. Er hätte nicht einmal viele Worte und Gründe gebraucht - außer denen in Rothneusiedl. (DER STANDARD Printausgabe 27.11.2005)

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