Hilfe für Erdbebenopfer im Iran angelaufen

29. November 2005, 13:25
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Rettungskräfte teilten Decken und Essen aus - Erdstöße erreichten 5,9 auf Richter-Skala

Keschm - Im Südiran ist die Hilfe für die Opfer des schweren Erdbebens angelaufen. Rettungskräfte teilten am Montag Decken und Lebensmittel an tausende Menschen aus, die obdachlos geworden sind und ihr Hab und Gut verloren haben.

Bei dem Beben der Stärke 5,9 waren auf der Golf-Insel Keschm am Vortag mindestens zehn Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Aus Sorge vor Nachbeben blieben die meisten der 120.000 Einwohner der Insel über Nacht in Autos, Zelten oder ganz im Freien. "Wir haben Schutzunterkünfte für rund 1.000 Menschen geschaffen. Etwa doppelt so viele brauchen ein Dach über dem Kopf, weil ihre Häuser zerstört wurden", sagte der Regionalgouverneur der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.

Das Innenministerium erklärte, die Situation sei unter Kontrolle. Einige Überlebende kritisierten die Hilfe gleichwohl als zu langsam. "Wir haben alles verloren, was wir hatten, und zu uns ist noch nichts gekommen", sagte eine Frau der Nachrichtenagentur Reuters, während sie Einzelteile aus den Trümmern ihres Hauses im Dorf Tabl barg. Ein Mann sagte: "Wir dachten eigentlich, dass wir jetzt zumindest das Nötigste hätten."

Das Beben war das zweite schwere in diesem Jahr im Iran. Im Februar waren bei einem Erdstoß im iranischen Südosten 600 Menschen getötet worden. Diesmal blieb die Totenzahl Experten zufolge gering, da die meisten Menschen am frühen Nachmittag nicht zu Hause waren. Der Sonntag ist im Iran ein Arbeitstag.

Keschm ist eine Freihandelszone in der südiranischen Provinz Hormusgan. Die Insel ist bei Touristen wegen seiner Palmenhaine, Strände und der dort nistenden Meeresschildkröten beliebt. (APA/Reuters)

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