Müllmanagement im Cyberspace

5. Dezember 2005, 12:48
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Vernetzte Datensysteme für die Zukunft

Eine vereinfachte Verwaltung und niedrigere Kosten im Müllmanagement: Das war neben einer Anpassung der Rechtslage an EU-Kriterien Zweck der Novelle des Abfallwirtschaftsgesetz, das 2002 in Kraft getreten ist.

Ein entscheidendender Schritt dazu wurde mit der Einführung eines elektronischen Datenmanagements gesetzt, das zum Ziel hat, den Weg sämtlicher Abfälle von der Entstehung bis zum Recycling oder der Endablagerung auf den Deponien zu erfassen und die schriftliche Meldepflicht der betroffenen Unternehmen schrittweise durch webbasierte Erfassungssysteme zu ersetzen.

Für die Umsetzung dieser Anforderungen wurden die Research Studios Austria, einer der Forschungsbereiche von Seibersdorf, beauftragt. "Beim Electronic Datamanagement (EDM) der Abfallwirtschaft geht es darum, ein einheitliches abfallwirtschaftliches Register zu erstellen, um bei der Verfolgung der Abfälle optimiert und integriert vorgehen zu können", erklärt Peter Bruck, Gesamtleiter der Research Studios.

Hinter EDM steckt das Konzept des Digital Memory Engeneering: Nachhaltige Archivierung und intelligente Organisation von digitalen Inhalten sollen den Weg zur Cyberinfrastructure ebnen und nach Wunsch des Umweltministeriums Österreich als Innovationsführer im E-Government positionieren. Dazu werden Systeme, die in der Wirtschaft längst gang und gäbe sind, in der öffentlichen Verwaltung umgesetzt.

"Die Idee von EDM ist, durch die Vernetzung von Datenbanken einen vollständigen Überblick über den Weg von Abfällen zu haben, und zwar in Echtzeit und nicht erst Monate später", betont Bruck die Vorteile. Jedes Unternehmen ist direkt mit dem System verbunden und liefert ihm die Daten. Durch die lückenlose Erfassung würde die Effizienz bei der Verfolgung der verschiedenen Abfälle maßgeblich erhöht: "Wir wissen zum ersten Mal, was wann wo und wie passiert. Damit wird die Abfallwirtschaft insgesamt umweltfreundlicher."

Langfristig soll es zu einer internationalen Standardisierung des Müllmanagements kommen. Das größte Problem dabei ist laut Bruck die Zusammenführung der unterschiedlichen Rechtsmaterien sowie die eindeutige Definition der verschiedenen Abfallstoffe. (kri/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 11. 2005)

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