Rumänien: Massenschlachtungen nach Vogelgrippe-Fall

5. Dezember 2005, 16:30
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Typ des Erregers noch nicht genau bekannt

Bukarest - In Rumänien sind am Sonntag Tausende Geflügeltiere getötet worden, nachdem die Vogelgrippe dort erstmals auch außerhalb des Donau-Deltas aufgetreten war. Die Behörden stellten das Dorf unter Quarantäne, in dem der Erregertyp H5 nachgewiesen wurde. Sollte es sich um den Erreger H5N1 handeln, wäre dies ein erster Hinweis darauf, dass sich die Krankheit in stärker besiedelte Regionen Rumäniens ausgebreitet hat.

Der jüngste Fall in Rumänien wurde bei einem Truthahn in dem Dorf Scarlatesti im Bezirk Braila nachgewiesen. Das Dorf liegt rund 110 Kilometer vom Donau-Delta und rund 170 Kilometer von der rumänischen Hauptstadt Bukarest entfernt. Der Truthahn stammte vom Bauernhof des örtlichen Bürgermeisters. Der rumänische Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur kündigte an, bis zu 17.000 Geflügeltiere sollten getötet werden. So solle eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindert werden, die vermutlich von Zugvögeln eingeschleppt worden sei.

Ob es sich in Braila um den besonders gefährlichen Typ H5N1 handelt, wird derzeit in britischen Labors untersucht. Wann die Ergebnisse vorliegen, war zunächst unklar. Rumäniens Chef-Tierarzt Ion Agafitei sagte, man tue alles, um eine Ausbreitung zu verhindern. "Aber nur eine Wahrsagerin könnte sagen, ob die Zugvögel die Krankheit nach Westen verbreiten."

Nach Russland und der Türkei war die Vogelgrippe im Oktober auch erstmals im rumänischen Donau-Delta festgestellt worden, einem wichtigen Rastplatz für Zugvögel. Bei den Erregern dort handelte es sich um den Typ H5N1, an dem in Asien bereits 60 Menschen gestorben sind. In Rumänien hat es bisher keinen Krankheitsfall beim Menschen gegeben. Die Vogelgrippe kann bislang nur von Tier zu Mensch übertragen werden. Experten befürchten den Ausbruch einer weltweiten Epidemie, sollte das Virus so mutieren, dass es direkt von Mensch zu Mensch überspringen kann. (APA/Reuters)

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