Continental-Chef deutet weiteren Stellenabbau an

8. Dezember 2005, 17:44
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Vorstandschef Wennemer verteidigt Personalreduzierung und kündigt gleichzeitig höhere Dividende an

Frankfurt/Main - Continental-Vorstandschef Manfred Wennemer sieht schwarz für die Reifenproduktion in Deutschland und hat einen weiteren Stellenabbau angedeutet. Die Lohnkosten machten im Reifengeschäft etwa 30 Prozent aus. "Da ist es schwierig, sich gegen hoch effiziente, moderne Werke in Niedrigkostenstandorten auf Dauer zu behaupten", sagte Wennemer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" auf die Frage, ob er über kurz oder lang alle deutschen Standorte schließen werde.

Rekordgewinn

In dem Interview verteidigte der Conti-Chef seine Entscheidung, trotz Rekordgewinns 320 Stellen am Stammsitz Hannover zu streichen. "Die Rekordgewinne beruhen auf dem, was wir in der Vergangenheit richtig gemacht haben. Darauf kann ich mich nicht ausruhen", sagte Wennemer und fügte hinzu: "Wir müssen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China und Korea auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig sein."

Rentabilität

Der Continental-Chef wies im übrigen die Kritik von Politikern an dem Stellenbau zurück. Rentabilität sei keine Frage der deutschen Politik, sondern der weltweiten Märkte. Wennemer kündigte an, zunehmend auch hoch qualifizierte Aufgaben in Billiglohnländer zu verlagern. Den Conti-Aktionären stellte der Vorstandsvorsitzende zugleich eine höhere Ausschüttung in Aussicht. "Es spricht einiges dafür, dass wir eine Erhöhung der Dividende vorschlagen werden", sagte er dem Blatt. Außerdem kündigte er an, Teile des insolventen amerikanischen Autozulieferers Delphi übernehmen zu wollen. (APA/AP)

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