Euronews bemüht sich um Einstieg von ARD und ZDF

7. Dezember 2005, 11:23
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Zeitung: Präsident Cayla schlage 20-prozentige Beteiligung der Öffentlich-Rechtlichen an dem Sender vor

Hamburg - Der Nachrichtensender Euronews will ARD und ZDF nach "Spiegel"-Informationen für einen Einstieg als Gesellschafter gewinnen. Derzeit reise Euronews-Präsident Philippe Cayla zu Sondierungsgesprächen durchs Land, berichtete das Blatt am Samstag vorab. Er schlage Intendanten und Ministerpräsidenten eine 20-prozentige Beteiligung der Öffentlich-Rechtlichen an dem Sender vor. Dazu müsste der Rundfunkstaatsvertrag geändert werden. Beim ZDF stehe man einer möglichen Beteiligung wohlwollend gegenüber, will der "Spiegel" erfahren haben.

Konsortium

Euronews ist europaweit nach eigenen Angaben in rund 160 Millionen Haushalten zu empfangen und wird von 19 öffentlich-rechtlichen Sendern betrieben, darunter France Televisions, RAI und TVE. Nur die deutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten schlossen sich dem Konsortium bei der Gründung des Senders 1993 nicht an - "auch weil nicht München, sondern Lyon zum Sitz von Euronews wurde", heißt es. Laut "Spiegel" käme die Beteiligung ARD und ZDF mit zwei Millionen Euro Zuschuss im Jahr vergleichsweise billiger als ein eigener Nachrichtensender, von dem mancher Intendant noch immer träume. (APA/sda)

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