Die stärksten Miller-Sager zum Doping

2. Dezember 2005, 16:41
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Der US-Star nahm sich in Lake Louise bezüglich der Welt-Doping-Agentur kein Blatt vor den Mund

Lake Louise - Das sagte der US-Skistar Bode Miller in Lake Louise zum Thema Doping:

  • Zur FIS: "Sie machen dort lächerliche Regeln für sinnlose Dinge. Aber wirklich Wichtiges bleibt unerledigt. Man hört dort aber nicht auf gute Ideen oder die Logik."

  • Zum WADA-Anti-Doping-Programm: "Ich hoffe, dass Vieles bald kein Tabu-Thema mehr ist. Wenn man sich das ganze Dopingprogramm und einige Mittel auf der Dopingliste ansieht, könnte man glauben, dass die Verantwortlichen - inklusive Dick Pound - selbst auf Drogen sind. So wie das ganze Dopingprogramm abläuft, das ist krank. Eine einzige Heuchelei."

  • Was Miller bezüglich der Freigabe von Mitteln fordert: "Die Sicherheit der Sportler muss das Entscheidende sein, nicht die Fairness. Sicherheit ist das einzig legitime Kriterium, nicht die Fairness."

  • Warum er mit seiner Kritik ziemlich alleine steht: "Athleten werden mundtot gemacht, weil sie sonst riskieren, Sponsoren zu verlieren."

  • Zur Legalisierung von EPO: "EPO wird im Körper selbst gebildet. Manche Menschen produzieren automatisch mehr als andere."

  • Zu Scheinheiligkeit des Systems: "Kreatin ist nur des Geldes wegen nicht auf der Verbotsliste. Man verdient Millionen damit. Asthma-Inhalatoren und tausend andere Mittel sind hingegen verboten, obwohl sie, in welcher Dosis auch immer, kein Gesundheitsrisiko darstellen."

  • Zur Unmenschlichkeit des Systems: "Nach Olympia 2002 bin ich in fünf Monaten acht Mal getestet worden. Das war so diskriminierend, dass ich einen Anwalt eingeschaltet habe. Dadurch war dann lange Ruhe. Seit ich aber im Oktober über Doping zu sprechen begonnen habe, wurde ich in drei aufeinander folgenden Wochen drei Mal getestet, Daron Rahlves nur ein Mal. Das hat mit Zufall nichts zu tun. Ich habe den zweiten Test verpasst, weil ich mit dem Auto auf dem Weg nach New York war. Wenn ich noch einen Test verpasse, bekomme ich ein Problem."

  • Seine persönliche Empfindung: "Das Ganze ist demoralisierend. Das entfernt mich immer weiter vom Herz des Sports, denn Sportler haben ihren Stolz und ihre Würde. Ich könnte sagen, ich fahre so lange nicht mehr, bis man sich des Problems angenommen hat. Aber das würde niemand kümmern. Ich würde auch sofort aufhören, wenn mir etwas mit Doping passiert."

  • Zu Fällen wie Hans Knauß: "Viele haben keine Absicht zu betrügen und werden trotzdem gesperrt. Dieses System ist krank."

  • Zu offiziellen "Drogen": Natürlich ist Marihuana illegal. Aber wenn man es verbietet, muss man das auch mit Alkohol und Zigaretten tun, die zu Autounfällen führen und Menschen sterben lassen." (APA)
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