China warnt Russland vor Wasserverschmutzung

28. November 2005, 17:43
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Teppich von benzolvergiftetem Wasser fließt langsamer als erwartet in Richtung Grenzfluß Amur - Längere Gefährdung durch Nitrobenzol

Peking/Moskau - Chinas Außenminister Li Zhaoxing hat am Samstag den russischen Botschafter Sergei Razov vor dem Gift im Fluss Songhua gewarnt. Der Teppich von benzolvergiftetem Wasser, der in China die Wasserversorgung mehrerer Städte lahm gelegt hatte, wird Russland nach neuen Berechnungen aber erst in etwa zehn Tagen erreichen.

Konsequenzen der Verschmutzung

Das verseuchte Wasser werde am 6. oder 7. Dezember in den Grenzstrom Amur fließen und vier Tage später die Großstadt Chabarowsk erreichen, teilte der russische Zivilschutz am Samstag mit. Ursprünglich hatte Russland bereits für dieses Wochenende mit der Giftflut gerechnet.

Der chinesische Außenminister habe sich außerdem bei Razov entschuldigt, berichtete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass. Li habe auch Hilfe angeboten, um die Konsequenzen der Verschmutzung zu bewältigen. Wie die Behörden im Nordosten Chinas mitteilten, sollen die 3,8 Millionen Menschen in der Stadt Harbin vom späten Sonntagabend an wieder mit Wasser versorgt werden. Vier Tage mussten die Einwohner ohne Leitungswasser auskommen.

Konzentrationen von Nitrobenzol

In Russland warnte ein Zivilschutzbeamter, je weiter sich der zur Zeit etwa 100 Kilometer lange Giftteppich auseinander ziehe, desto länger werde die gefährliche Phase dauern. "Im schlimmsten Fall müssen wir zwei Wochen lang mit erhöhten Konzentrationen von Nitrobenzol rechnen", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax.

Es wird erwartet, dass das giftige Wasser Harbin am Sonntag passiert hat. Mehr als 1.000 Soldaten und Arbeiter halfen, Aktivkohle in Filteranlagen des größten Wasserwerkes der Stadt zu verteilen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Damit sollen die Giftstoffe aus dem Wasser ausgeschieden werden. (APA/dpa)

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    Die schädlichen Stoffe waren nach einer Explosion in einem Petrochemischen Betrieb am 13. November in den Fluss Songhua gelangt.

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