Offshoring: Europäische IT-Dienstleister im Zugzwang

2. Dezember 2005, 13:20
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Capgemini und Atos schielen auf Übernahmeziele in Indien

Das steigende Interesse großer Konzerne an Offshore Outsourcing, also dem Auslagern von IT oder Geschäftsprozessen etwa nach Indien, bringt die europäischen IT-Dienstleister zunehmend in Zugzwang. So sehen sich mittlerweile sogar europäische Großbanken wie Abn Amro bei ihren Outsourcing-Bedürfnissen nach indischen Spezialisten um. Um der Nachfrage ihrer Kunden gerecht zu werden, schielen nun die französischen IT-Dienstleister Capgemini und Atos Origin auf Übernahmeziele auf dem Subkontinent, berichtet die indische Economic Times in ihrer Online-Ausgabe.

Große Konzerne

Zwar besitzt jeder der beiden französischen Konkurrenten bereits eigene Entwicklungszentren in Indien. Bisher konnten sie aber nicht mit den Wachstumsraten mithalten, die etwa die US-Rivalen IBM und Accenture vorlegten. Capgemini hat nun laut Economic Times die Übernahme eines indischen Software-Service-Dienstleisters im Visier. "Die französische IT-Service-Branche hat der Offshore-Welle lange widerstanden und eher Near-Shore-Lösungen favorisiert", zitiert das Blatt die britische Technologie-Beratungsfirma Ovum. Habe das bisher auch für die meisten Kunden Sinn gemacht, suchten nun vor allem die großen Konzerne in Frankreich nach Offshore-Lösungen.

Deutschland

In Deutschland ist dagegen bisher noch kein verstärkter Trend hin zum Offshoring nach Indien zu verzeichnen. In der Bundesrepublik seien eher Lösungen in der Nähe wie das polnische Krakau gefragt, sagte Capgemini-Sprecher Thomas A. Becker im Gespräch mit pressetexgetrieben. Indische Anbieter wie Wipro, die derzeit verstärkt auf den europäischen Markt drängen haben es in Deutschland ebenfalls schwer. Bei den etablierten Kundenbeziehungen sei es schwierig "nur über die Preisschiene in den Markt einzudringen", sagte Becker. "Da zählt vor allem die Kundenzufriedenheit." (pte)

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