Streit in Kanada über angebliche CIA-Geheimflüge

29. November 2005, 13:05
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Opposition wirft Regierung Vertuschung vor

Ottawa - In Kanada ist zwischen Regierung und Opposition ein Streit über angebliche Gefangenen-Transporte des US-Geheimdienstes CIA über kanadische Flughäfen entbrannt.

Der oppositionelle Bloc Quebecois warf der Regierung am Freitag vor, in der Angelegenheit etwas zu verbergen. Zuvor hatte die Regierung in Ottawa mitgeteilt, Berichten über die Landung zweier mit dem US-Geheimdienst CIA in Verbindung stehender Flugzeuge in Kanada nachzugehen.

Opposition präsentiert Beweise

Am Freitag berichtete die Opposition nun über Beweise, die es für die Landung eines weiteren Flugzeugs mit Gefangenen in Kanada geben soll. Die kanadische Ministerin für öffentliche Sicherheit, Anne McLellan, sowie Außenminister Pierre Pettigrew erklärten indes, darüber sei ihnen nichts bekannt.

Die Abgeordnete vom Bloc Quebecois Pauline Picard warf Ministerin McLellan daraufhin im Parlament vor, etwas zu verheimlichen. "Wenn die Ministerin nicht in der Lage ist, uns zu sagen, ob ein Flugzeug in Kanada gelandet ist oder nicht, dann will sie etwas vor uns verbergen." Nach dem Fall Maher Arar gebe es deshalb Grund zur Sorge.

Der aus Ottawa stammende Ingenieur Arar war im Jahr 2002 von US-Agenten aus New York unter dem Verdacht der Al-Kaida-Mitgliedschaft nach Syrien gebracht worden. Dort saß er knapp ein Jahr im Gefängnis, wo er nach eigener Aussage wiederholt gefoltert wurde. (APA/Reuters)

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