Potenter Nachfolger gesucht

4. Dezember 2005, 18:50
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Der neue Präsident "soll Ahnung vom Fußball haben" - Liga-Vorstand Pangl glaubt an Interimslösung

Wien - Die Bundesliga hat sich auf die Zeit nach Frank Stonach eingestellt, Vorstand Georg Pangl meinte, "dass die Situation überhaupt nicht dramatisch ist. Das Geschäft geht trotz der Rücktritts ganz normal weiter." Am 2. Dezember konferieren die Vereinspräsidenten im Wiener Technischen Museum (Beginn der Sitzung ist 15:30 Uhr), bis dahin sollten sie sich auf einen Nachfolger geeinigt haben.

Die Chefs der zehn T-Mobile-Klubs besitzen das Vorschlagsrecht, man wird sich aber mit den zehn Kollegen von der Red Zac Liga absprechen. Die Wahl dürfte, trotz einiger Bedenken, auf Mattersburg-Obmann Martin Pucher fallen. Er war und ist schon Vize unter Stronach, sitzt im Aufsichtsrat. Pangl möchte sich an den Spekulationen nicht beteiligen, zumal er ja kein Stimmrecht hat: "Es wird der, für den sich die Präsidenten entscheiden. Aber Pucher ist durchaus realistisch."

Türöffner

Wahrscheinlich ist, dass es sich lediglich um eine Zwischenlösung handelt. Stronach hätte ja noch bis zur Hauptversammlung Ende 2006 tätig sein sollen. Pangl: "Man kann bis dahin in aller Ruhe sondieren." Eine Amtsperiode dauert vier Jahre. Der Bundesliga-Präsident arbeitet ehrenamtlich, das Anforderungsprofil beschreibt Pangl so: "Er sollte repräsentieren können und gute Kontakte zur Wirtschaft und zur Politik haben. Das öffnet Türen. Und er sollte eine Grundahnung vom Fußball haben. Es wäre auch nicht schlecht, hätte er keine wesentliche Funktion bei einem bestimmten Klub inne." Das Parteibuch spiele überhaupt keine Rolle, "es ist keine Frage von rot oder schwarz. Ich kann mich auch an keine Interventionen von irgendeiner Seite erinnern."

Logischerweise wird munter spekuliert, Namen wie Franz Vranitzky tauchen auf und vielleicht auch wieder unter. Der Ex-Kanzler würde dem Anforderungsprofil jedenfalls voll entsprechen.

Frank Stronach wird sich am 2. Dezember von seinen Schäfchen verabschieden. Leibhaftig, nicht nur brieflich. Am Abend steigt dann die traditionelle Jahresabschlussfeier der österreichischen Bundesliga, die, da sie in die Weihnachtszeit fällt, natürlich besinnlich ablaufen soll. (DER STANDARD Printausgabe 26.11.2005)

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    Wer wird der Nachfolger des "Big Spender"?

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