Der "glitzernde Weg"

1. Dezember 2005, 22:15
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Der Rosenkogel bei Bad Gams: Märchenhafte Tour in der Südweststeiermark

Der Rosenkogel bei Bad Gams in der südwestlichen Steiermark steht etwas im Schatten des benachbarten, wesentlich bekannteren Reinischkogels, verfügt aber über eine ansehnliche Fangemeinde. Das Ziel der Bergwanderer ist nicht der bewaldete Gipfel, sondern ein in der Nähe gelegener felsiger Spitz, der auch das Kreuz trägt und an dessen Fuß eine idyllische Kapelle liegt. Beim Anstieg vom ehemaligen Granlwirt durch einen Hohlweg vermeint man, auf silbrigem Boden zu gehen: Tausende kleine Glimmerplättchen glitzern wie im Märchen.

Der Wanderer wird gebeten, auf den markierten, beschilderten Wegen zu bleiben, um den hier noch relativ häufig vorkommenden Auerhahn nicht zu stören. Bis zu einem Dutzend Gelege hat man dort festgestellt, und der Bestand soll natürlich erhalten bleiben. Zu Gesicht bekommt man die scheuen Tiere kaum.

Abgesehen vom Felsenspitz mit dem "Gipfelkreuz" kommt man beim Aufstieg kaum an Aussichtsplätzen vorbei, der Rückweg allerdings führt über mehrere freie Flächen, die Sicht in das weststeirische Hügelland und in das Gebiet der Koralpe ermöglichen.

Mit dem bekannten Absetzwirt findet der Wanderer auch einen gemütlichen Rastplatz vor. Die Küche des Gasthauses genießt in der Gegend einen hervorragenden Ruf. - Die Wege sind gut markiert und beschildert, man hat keine Schwierigkeiten zu erwarten, die Runde lässt sich allerdings kaum verkürzen, man braucht also für die Tour halbwegs gutes Wetter. Die Wanderung kann man auch bei geringer Schneelage absolvieren.

Die Route: Beim ehemaligen Granlwirt (Parkplätze) an der Straße von Bad Gams bzw. Stainz nach St. Oswald beginnt die rote Markierung, die - anfangs durch einen Hohlweg - zum Jagdhaus Kogelschilling (mit Brunnen) führt, erreichbar in einer Stunde. Eine weitere Dreiviertelstunde braucht man zur Kapelle und zum "Gipfelfelsen". Auf unmarkiertem Weg über den bewaldeten höchsten Punkt oder an der roten Markierung bleibend, steigt man in einer Viertelstunde zum Absetzwirt ab. Für den Rückweg wählt man die rot markierte Route A3, die in mäßigem Gefälle und mit leichter Gegensteigung um den Rosenkogel herum zum Höllbauertoni und zum Gehöft Mendl führt. Bald erreicht man den Anstiegsweg und kehrt darauf zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Absetzwirt 1¾ Stunden.
Gesamtgehzeit 3¾ Sunden, Höhendifferenz rund 600 m. Absetzwirt als Rastplatz (kein Ruhetag). Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 189 (Deutschlandsberg). (Der Standard, Printausgabe 26./27.11.2005

Von Bernd Orfer
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