UNO-Chefverhandler mit Gesprächen in Pristina und Belgrad zufrieden

28. November 2005, 14:37
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Ahtisaari rechnet aber mit schwierigen Verhandlungen

Belgrad - Der UNO-Chefverhandler für das Kosovo, Martti Ahtisaari, hat sich über seine ersten Gespräche in Pristina und Belgrad zufrieden gezeigt. Ahtisaari, der neben den Verhandlerteams der Serben und Albaner auch noch eine Reihe weiterer Gesprächspartner hatte, meinte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Belgrad, er habe keine Illusionen, die Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo würden sehr schwierig werden.

Ahtisaari und sein Stellvertreter, der frühere Außenamts-Generalsekretär Albert Rohan, wurden von den Verhandlerteams in Pristina und Belgrad in den vergangenen Tagen über die Ausgangspositionen beider Seiten informiert. Ahtisaari wollte sie nicht kommentieren. Man habe sehr viele Informationen gesammelt, stellte er fest. In Belgrad wurden auch konkrete Problembereiche wie die Dezentralisierung und die Rückkehr von Flüchtlingen besprochen.

Kein genauer Zeitpunkt

Es gebe keine feste Frist für den Abschluss der Verhandlungen. Er hoffe, dass es ihm möglichst bald, Anfang nächsten Jahres, gelingen werde, die Verhandlerdelegationen in Wien zusammenzubringen. Ein genauer Zeitpunt dafür stehe aber noch nicht fest.

Der Chefverhandler unterstrich, dass parallel zu den Kosovo-Verhandlungen auch der Prozess der Umsetzung demokratischer Standards weiter laufen werde, wofür der Leiter der UNO-Mission in Pristina, Sören Jessen-Petersen, zuständig sei. Auch die vier im Vorjahr gebildeten gemeinsamen Arbeitsgruppen Belgrads und Pristinas, die sich mit konkreten Problembereichen - Vermisste, Flüchtlingsrückkehr, Stromwirtschaft und Verkehr befassen - würden ihre Arbeit fortsetzen.

Ahtisaari hat sein Team, dessen Sitz sich in Wien befinden wird, noch nicht vollständig beisammen. Dies soll bis Anfang Jänner erfolgen. In der Mannschaft sind zur Zeit sechs Personen. Ihre Zahl werde wahrscheinlich auf einige Dutzend anwachsen, sagte der Chefverhandler. Im Team werden auch Vertreter Russlands, der Europäischen Union und der NATO, aber auch eine Reihe von Experten für verschiedene Bereiche vertreten sein.

Schutz von Minderheiten im Kosovo

In seiner Arbeit wird sich Ahtisaari von den Richtlinien leiten lassen, die im Oktober von der Kontaktgruppe für das Kosovo festgelegt wurden. Ihre Mitglieder sind die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. Die Sicherheit und der Schutz von Minderheiten im Kosovo stehen im Vordergrund der Verhandlungen. Eine Spaltung der Provinz, die Rückkehr zur Situation vor 1999 oder eine Vereinigung des Kosovo mit einem Nachbarland sind laut den Richtlinien der Kontaktgruppe ausgeschlossen.

Ahtisaari reiste am Abend aus Belgrad nach Montenegro. Am Samstag stehen Besuche in Podgorica und der mazedonischen Hauptstadt Skopje auf dem Programm. Am kommenden Mittwoch werden Ahtisaari und Rohan nach Moskau reisen. (APA)

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