Berlusconi: "Sinnloser Generalstreik"

29. November 2005, 10:57
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Italien lahm gelegt - Gewerkschaft: 90 Prozent Beteiligung - Flüge gestrichen, Kranken­häuser mit Notdienst - 80.000 demonstrierten in Mailand

Ein Generalstreik hat Freitag die Verkehrsbetriebe und Produktionsstätten in Italien weit gehend lahm gelegt. Die Züge standen von 9.00 bis 13.00 Uhr still, der öffentliche Nahverkehr wurde vier Stunden lang bestreikt, fast 300 Flüge fielen aus. In Ämtern, bei Post und Müllabfuhr dauerte der Ausstand acht Stunden.

Der sechste Generalstreik seit Amtsantritt von Premier Silvio Berlusconi richtete sich gegen die Haushaltspolitik der Regierung. Auf Kundgebungen in zahlreichen Städten kritisierten die Gewerkschaften den Verlust der Kaufkraft und die Kürzung von Löhnen und Pensionen. Auf dem Mailänder Domplatz protestierten rund 80.000 Menschen gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung, die "zur zunehmenden Verarmung des Mittelstandes" führe. "In zehn Jahren des Niedergangs sind wir zum Schlusslicht der EU verkümmert", kritisierte Gewerkschaftsführer Luigi Angeletti in Palermo.

"Völlig sinnlos"

Die Gewerkschaften sprachen von einer Streikbeteiligung von 80 Prozent. Berlusconi bezeichnete den Streik als "völlig sinnlos". Es gebe ein "Komplott der Linken zur Verleumdung der Regierung und ihrer Leistungen". Dazu gehöre auch der neueste Titel des britischen Magazins Economist über den wirtschaftlichen Niedergang Italiens. (DER STANDARD, Printausgabe 26./27.11.2005)

Gerhard Mumelter aus Rom
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    80.000 Menschen demonstrierten in Mailand gegen die Haushaltspolitik der Regierung Berlusconi.

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