Ob alte Globen oder neues Klingonisch ...

25. November 2005, 23:06
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Nationalbibliothek präsentiert einige Schwerpunkt-Sammlungen an neuem Ort: Im generalsanierten Palais Mollard

Wien - Historischen Globen, geplanten Sprachen von Esperanto bis Klingonisch und der umfangreichen Musiksammlung hat die Österreichische Nationalbibliothek das um 10,7 Mio. Euro generalsanierte Palais Mollard in der Wiener Herrengasse gewidmet. Das in 2,5 Jahren Bauzeit für einen modernen Ausstellungsbetrieb ausgerüstete und mit Archivflächen und Lesesaal ausgestattete ehemalige Niederösterreichische Landesmuseum wird am 1. Dezember offiziell eröffnet.

Im Palais Mollard sind nun das Globenmuseum, das Esperantomuseum, die Sammlung für Plansprachen und die Musiksammlung vereint - ein "neues Haus für die Österreichische Nationalbibliothek", hieß es bei der Pressepräsentation. Erstmals seit Jahrzehnten sind in dem unmittelbar an einem U3-Ausgang gelegenen Haus die umfangreichen Bestände der Musiksammlung (u. a. 50.600 Handschriften, 126.700 Notendrucke und 41.000 Nachlassobjekte) wieder unter einem Dach versammelt, freute sich ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger. Moderne und besucherfreundliche Räume, ein großer Lesesaal für die Musiksammlung und die nötige Speicherkapazität (durch Neuerreichtung eines zweigeschoßigen Kellers) sind in dem Haus verfügbar. Der Magazintrakt ist insgesamt acht Stockwerke hoch.

Besser erreichbar

Die nun gemeinsam zugänglichen Museen waren zuvor "unter schwierigen Bedingungen untergebracht", resümierte Rachinger, das Esperantomuseum etwa unter dem Dach der Michaelerkuppel, die Musiksammlung im vierten Stock der Albertina. Die bisherigen Besucherzahlen (im weltweit einzigartigen Globenmuseum waren es im Vorjahr 4.600 Besucher) sollen am zentralen Standort nun vervielfacht werden - wie viele an Globen, Plansprachen oder Musikautografen Interessierte genau zu erwarten sind, wisse man jedoch mangels Erfahrungswerten noch nicht, so Rachinger.

Die Besucher können durch den als Eingangsbereich ausgestatten und mit einem Glasdach versehenen zweiten Hof in die einzelnen Bereiche gelangen. Die Museen sind einzeln oder über ein Kombiticket zu besuchen. Globenmuseum und Musiksammlung haben je rund 320 Quadratmeter Ausstellungsfläche, das Esperantomuseum 86 Quadratmeter. Dort sind neben gezielter Präsentation und Beleuchtung der jeweiligen Objekte auch die modernen Beigaben des Ausstellungswesens von Tonbeispielen bis zu Flachbildschirmen mit digitalen Präsentationen zu finden. Aber auch das Haus selbst - wenn auch die historische Bausubstanz teilweise durch einen Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde - ist mit seinen Holzverkleidungen, Wandbespannungen, Ölmalerei, historischen Holzböden und Stuckdecken sehenswert.

Die finanzielle Seite

Für den Betrieb hat die ÖNB einen Zuschlag in der Höhe von 176.000 Euro zur Basisabgeltung (nun rund 20,78 Mio. Euro) bekommen, schilderte Brigitte Böck vom Bildungsministerium. Über Vermietungen der Beletage sollen zusätzliche Finanzmittel lukriert werden. Die von der Burghauptmannschaft als Bauherr und der LindnerArchitektur ZT GmbH als Generalplaner durchgeführte Adaptierung war zum Teil auch wegen Fragen des Denkmalschutzes eine Herausforderung - auch an das Denkmalamt, schilderte Burghauptmann Wolfgang Beer. Allein 2,1 Mio. Euro seien in die erforderliche Haustechnik geflossen.(APA)

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