USA: Gute Wirtschaftsindikatoren stützen den Markt

29. November 2005, 17:09
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US-Aktienmärkte konnten sich in der abgelaufenen Handelswoche weiter befestigen. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem volkswirtschaftliche Zahlen. So wiesen die Frühindikatoren den ersten Anstieg seit vier Monaten aus, ein deutlicher Zuwachs war auch beim Konsumentenvertrauen zu verzeichnen. Unterstützung lieferten des Weiteren die jüngsten Sitzungsprotokolle der Federal Reserve.

In diesen hatten einige Notenbanker die Besorgnis geäußert, die Fed könnte mit den Zinserhöhungen über das Ziel hinausschießen. Der Markt interpretierte diese Kommentare als starkes Indiz für ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus. Aufhorchen ließ schließlich eine Studie der Vereinigung der Einzelhandelsunternehmen. In dieser wurden infolge der positiven Umsatzentwicklung im Oktober die Umsatzprognosen für November und Dezember um 6% angehoben. Dies führte im gesamten Sektor zu Kursaufschlägen.

Im Technologiesektor konnten in erster Linie Computerproduzenten zulegen. Eine Branchenstudie zeigte, dass im dritten Quartal der weltweite Absatz von Computern und Servern um mehr als 6% zugenommen hatte. Dies war somit der zehnte Anstieg in Folge. Einen Kurssturz unter den Technologieaktien hatte hingegen Sandisk zu verzeichnen.

Der Produzent von Speicherkarten geriet unter Druck, nachdem sich Intel und Micron Technologies auf ein Joint Venture geeinigt hatten, aus welchem Sandisk bereits in nächster Zukunft starke Konkurrenz erwachsen könnte. Auf der Verliererseite stand auch Research in Motion. Der Hersteller von BlackBerry Smartphones musste infolge fehlender neuer Produkte einen Rückgang der Nutzer seiner Geräte um 8% bekannt geben.

Auf der Gewinnerseite stand diesmal General Motors. Die Aktie des angeschlagenen Automobilkonzerns konnte Zugewinne verbuchen, nachdem das Unternehmen erste Restrukturierungsschritte angekündigt hatte. Konkret sollen in den USA 12 Produktionsstätten geschlossen werden, in weiteren neun Werken sind deutliche Produktionskürzungen geplant. Insgesamt ist der Abbau von 30.000 Mitarbeitern vorgesehen.

Kräftig zulegen konnte diese Woche der Flugzeughersteller Boeing. Das Unternehmen konnte im laufenden Jahr bis dato Aufträge im Wert von 17 Mrd. USD für sich entscheiden. Im Jahr 2005 konnte damit das Auftragsvolumen erstmals seit fünf Jahren jenes von Airbus übertreffen.

Überdurchschnittliche Kurszuwächse verzeichnete schließlich Deere & Co. Die veröffentlichten Quartalszahlen des weltweit größten Produzenten von landwirtschaftlichen Maschinen lagen weit über den Erwartungen des Marktes.

Abgesehen von einigen wenigen negativen Ausreißern, stellt sich das Marktumfeld von Unternehmensseite weiterhin sehr positiv dar. Zuversichtlich stimmen auch die jüngsten volkswirtschaftlichen Daten, die den stabilen Konjunkturverlauf der USWirtschaft einmal mehr unterstreichen.

Angesichts dieser freundlichen Marktverfassung rechnen wir auch in der kommenden Woche mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends.

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