Europa: EZB vor Zinserhöhung

29. November 2005, 17:09
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Auch in der vergangenen Handelswoche präsentierten sich die europäischen Börsen weiter gefestigt. Nachdem die Berichtsaison zum dritten Quartal mehrheitlich erfreulich verlaufen ist, konnten sich die Märkte weiter stabilisieren.

Im Stoxx-Branchenvergleich konnten alle Branchen, außer die der Basic Resources und der Auto & Autoteile, zulegen. Am besten liefen im Schnitt Werte aus den Bereichen Öl, Gas, Telekom und Versorger. Daneben gab es gute Nachrichten von Zodiac.

Der französische Zulieferer für die zivile und militärische Luftfahrt konnte den Gewinn im Q3/05 um 17% steigern. Ebenfalls zulegen konnten die Aktien von E.ON. Der deutsche Versorger wollte das abgelehnte Angebot für den Kauf von Scottish Power nicht nachbessern, was die Anleger positiv sahen.

Der Kurs der, durch Telefonica wieder an die Börse gebrachten, niederländischen TVProduktionsfirma Endemol entwickelt sich gut – plus 5%. Unerwartet schwach lief dagegen das IPO des französischen Energieriesen EdF an. Der Aktienkurs musste von den Konsortialbanken gestützt werden.

Der britische Nahrungsmittelkonzern Cadbury Schweppes verkauft die europäische Softdrinksparte an Blackstone und Lion Capital und forciert die Getränkeproduktion in den USA – die Anleger nahmen es gelassen. Obwohl das gute Quartalsergebnis (der Gewinn stieg um 93%) der belgischen Bank Fortis hauptsächlich dem operativen Geschäft zuzuschreiben war, wirkte sich das im Kurs nicht nachhaltig aus.

Easyjet konnte durch eine Ausweitung des Streckennetzes im abgelaufenen Halbjahr um 7% mehr Gewinne einfliegen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres – die Papiere stiegen um 8%. Weiter im Sinkflug befinden sich die Aktien der schwer angeschlagenen Fluglinie Alitalia. Ob die Kapitalerhöhung den drohenden Konkurs noch abwenden kann ist fraglich – der Kurs brach alleine in dieser Woche wieder um über 20% ein.

Bei der Übernahme der London Stock Exchange gibt es zwar noch keine Klarheit – die australische Bank Macquarie und die Euronext gelten als Interessenten – doch wurde mit 15. Dezember wenigstens eine Frist für ein förmliches Übernahmeangebot angesetzt.

Da die, für nächste Woche anberaumte, EZB-Zinsentscheidung keine wirklichen Überraschungen bringen dürfte, erwarten wir einen weiterhin stabilen Markt.

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