Heute: Austria erwartet den GAK

27. November 2005, 11:27
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Kraetschmer: "Je erfolgreicher wir spielen, desto interessanter sind wir auf unserer Suche nach potenten Sponsoren"

Wien - Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage um Geld, Einfluss und Macht versucht sich Austria Magna wieder auf das Wesentliche, das Fußballspielen, zu konzentrieren. Das ist auch nötig, kommt doch am Sonntag (15.30 Uhr) zum Schlager der 20. T-Mobile-Bundesliga-Runde Vizemeister GAK, der als Tabellendritter unmittelbar hinter den Wienern liegt, ins Horr-Stadion.

Klubmanager Markus Kraetschmer und Sportdirektor Peter Stöger traten Freitag vor die Mannschaft, um sie über die Generalversammlung, die Diskussionen über die Zukunft des Vereins zu informieren und sie einzuschwören. "Das interessiert natürlich auch die Spieler, für die sich kurzfristig nichts ändern wird. Aber es bestand Aufklärungsbedarf", erzählte Stöger, dessen Truppe trotz der widrigen Begleitumstände am punktegleichen Spitzenreiter Red Bull Salzburg dranbleiben möchte.

"Kleiner Aufwärtstrend"

Stöger, der im Rathaus den Mitgliedern über das Sportliche vom UEFA-Cup-Viertelfinale 2004/05 bis zum UEFA-Cup-Ausscheiden in dieser Saison Bericht erstattete, hat in den jüngsten zwei Partien (Pasching und Admira jeweils 1:0 gewonnen) einen "kleinen Aufwärtstrend" konstatiert und will diesen natürlich auch in den letzten drei Spielen des Jahres (nach GAK noch in Mattersburg und daheim gegen SV Josko Ried) fortgesetzt sehen.

Kraetschmer vergleicht die aktuelle Austria mit einer "Braut, die sich mit drei Siegen herausputzen muss, um für neue Investoren attraktiv" zu werden. "Je erfolgreicher wir spielen, desto interessanter sind wir auf unserer Suche nach potenten Sponsoren", sagt der in diesen Tagen im Stress befindliche Manager, dem es trotz der jüngsten Unruhen rund um den Cupsieger "Spaß macht, in und mit diesem Team" zu arbeiten.

Keine Freude macht dem Wiener derzeit jedoch ein Teil der eigenen Fans und dessen Verhalten zum scheidenden Mäzen Frank Stronach. "Mit ein paar Anhängern müssen wir intensiv und konstruktiv reden. Natürlich gehören die Fans auch zur violetten Familie, aber wir müssen wissen, was die anrichten können", meinte Kraetschmer, der einen weiteren Appell an die Vernunft richtete. Alle sollten jetzt zum Wohle der Austria an einem Strang ziehen.

GAK, das "Schreckgespenst"

Mit dem GAK wartet am Sonntag ein ausgesprochenes "Schreckgespenst". Zwar wurde von den jüngsten fünf Duellen am Verteilerkreis das vergangene (3:2 am 20. Juli 2005) gewonnen, doch an die Grazer hat man auch aus anderen Grünen unangenehme Erinnerungen. Am 5. Mai 2005 hatte Austria mit einem 0:3 den Titel vergeigt und Probleme mit den Fans. Sie hatten den Rasen aus Unmut über die Niederlage, die damals kolportierten Abgänge von Trainer Lars Söndergaard und Generalmanager Toni Polster gestürmt. Die Folge waren eine Stadion-Sperre und das Ende aller Meisterträume.

"Solche Szenen dürfen uns nicht nochmals passieren, sie bringen nichts", beschwörte Kraetschmer, der die Veilchen als "Spitzenklub, der im Frühjahr um den Titel mitspielen kann, weiter erhalten" möchte. Das wolle auch Stronach, das habe er ihm wiederholt versichert. Geht es nach den Worten von GAK-Trainer Walter Schachner - der ja selbst am eigenen Leib den violetten Verteilerkreis zu spüren bekommen hatte - , dann wirkt sich das violette Tohuwabohu am Sonntag nicht auf dem Rasen aus.

"Ich glaube nicht, dass sich die Turbulenzen im Klub auf die Spieler auswirken werden, denn ihr Geld ist ja gesichert. Wir haben Respekt vor der Austria, sie hat immerhin die Vorgabe, Meister zu werden. Aber wenn wir an unsere jüngsten Leistungen anknüpfen, können wir in Wien positiv abschneiden", so der Steirer. Die Grazer haben sich zuletzt mit drei Siegen in Serie an das Spitzenduo der Tabelle herangepirscht. Sie weisen zwar drei Punkte Rückstand auf, haben aber die besser Tordifferenz (plus acht) als Salzburg und Austria (je sechs) und von dem Trio auch die meisten Treffer erzielt.(APA)

SONNTAG:

  • FK Austria - GAK (Horr-Stadion, 15:30, Brugger). Bisherige Saisonergebnisse: 3:2 (h), 0:1 (a) Austria: Didulica - Troyansky, Tokic, Radomski, Dheedene - Sionko, Blanchard, Ceh, Lasnik - Linz, Rushfeldt/Sebo Ersatz: Safar - Metz, Schiemer, Schragner, Kiesenebner, Dos Santos, Janocko, Mila, Parapatits Es fehlen: Dospel, Antonsson, Vachousek, Papac (alle verletzt), Hill (erkrankt) Fraglich: Rushfeldt, Janocko

    GAK: Schranz - Plassnegger, Sonnleitner, Hieblinger, Schrott - Standfest, Muratovic, Junuzovic, Amerhauser - Bazina, Skoro Ersatz: H. Lienhart - Pötscher, Kujabi, Bleidelis, Demo, Kollmann, Lechner Es fehlen: Majstorovic (gesperrt), Ehmann, Sick, Obiorah, A. Lienhart (alle verletzt)

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