Befragung zu Fall Hariri am Dienstag in Wien

28. November 2005, 13:48
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Fünf Funktionäre sollen von Mehlis im UNO-Hauptquartier einvernommen werden

Beirut - Fünf syrische Sicherheitsvertreter, die in den Mordfall Hariri verwickelt sein sollen, werden laut einem Zeitungsbericht am Dienstag in Wien verhört. Damaskus halte die Namen der Verdächtigen geheim, berichtete die libanesischen Tageszeitung "Al Nahar" am Sonntag unter Berufung auf den deutschen UNO- Sonderermittler Detlev Mehlis.

Rätselraten um Beteiligung von Shawkat

Daher sei unklar, ob der Schwager des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, Militärgeheimdienstchef Assef Shawkat, unter ihnen sei. Zuvor hatte die libanesische Presse neben Shawkat bereits die Namen der ehemaligen Chefs der libanesischen Inlands- und Militärgeheimdienste, Bahjat Sulieman und Rustom Gasale, genannt.

Bedingungen für Verhör noch in Verhandlung

Nach Informationen der Zeitung verhandelt die syrische Regierung mit Mehlis noch über die Bedingungen der Verhöre. Die fünf Verdächtigen sollten aber am Montag Damaskus verlassen. Den Angaben zufolge wird sie ein Rechtsberater der syrischen Regierung begleiten. Anwälte zur Verteidigung der Verdächtigen habe Syrien jedoch nicht benannt. Vize-Außenminister Walid Muallem erklärte, die UNO habe Syrien ein faires Verfahren zugesichert. "Die fünf Vertreter werden nach Syrien zurückkehren. Das ist eine der Garantien, die uns gegeben wurden." Mehlis habe nicht das Recht, syrische Staatsbürger festzuhalten, sagte er.

Hintergrund

Der frühere libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri war am 14. Februar bei einem Bombenattentat in Beirut getötet worden. Laut dem unter Federführung von Mehlis am 20. Oktober vorgelegten UNO- Ermittlungsbericht waren hohe syrische Amtsträger in den Anschlag verwickelt. Seit einer Ende Oktober verabschiedeten UNO-Resolution steht Syrien unter starkem internationalen Druck, mit Mehlis zu kooperieren. Am Freitag stimmte die Regierung den geplanten Verhören in Wien zu. (APA/ag.)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Mehlis (Bild) scheint bereit zu sein, Syrien für nicht-kooperativ zu erklären," meint ein politischer Vertreter des Libanons.

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