Psychische Erkrankungen als Filmthema

25. November 2005, 14:50
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Festival "Wahn-Sinns-Filme" im Wiener De France

Wien - "Das weiße Rauschen" von Hans Weingartner eröffnete Donnerstag Abend im Wiener De France Kino das Festival "Wahn-Sinns-Filme". Schizophrenie und psychische Erkrankung im Film". Bis 1. Dezember zeigt die von den sozialpsychiatrischen Einrichtungen der Caritas der Erzdiözese Wien veranstaltete Filmwoche noch 14 weitere Kinoarbeiten, die das Erleben psychisch kranker Menschen einfühlsam und realistisch darzustellen versuchen.

Weltweit sind etwa 50 Millionen Menschen von der Krankheit Schizophrenie betroffen. Das bedeutet, dass einer von 100 Menschen einmal in seinem Leben an Schizophrenie erkrankt, informieren die Veranstalter auf ihrer Homepage. Trotz der Häufigkeit der Erkrankung halten sich hartnäckig Klischees, Vorurteile und Ängste gegenüber Schizophreniekranken. Insbesondere das Bild vom unberechenbaren und aggressiven "Irren", das nicht zuletzt von Medien wie Film, Fernsehen und Zeitungen verstärkt werde. So würden im Fernsehen laut einer Analyse 70 Prozent der psychisch kranken Charaktere als gewalttätig dargestellt. Die Filmwoche soll zu einer seriöseren Auseinandersetzung anregen und Vorurteilen und Diskriminierung entgegenwirken.

Von "Shine" bis "Elling"

Auf dem Programm stehen unter anderem "A Beautiful Mind", Ron Howards Oscar-prämiertes Porträt des Nobelpreisträgers John Forbes Nash (26.11.), und "Shine", die authentische Geschichte des australischen Pianisten und Wunderkinds David Helfgott (29.11.), die Kult-Komödie "Elling" (27.11.)über zwei Freunde, die aus der psychiatrischen Klinik entlassen werden, samt der Vorgeschichte "Elling - Nicht ohne meine Mutter" (30.11.) und Alan Parkers Drama "Birdy" (29.11.) über einen traumatisierten Vietnamkriegs-Soldaten.

Dokumentarische Beiträge sind "Halleluja, der Herr ist verrückt" (28.11.) über sechs Patienten der Schweizer psychiatrischen Klinik Waldau bei Bern, ein Künstler-Refugium, das schon Adolf Wölfli, Robert Walser und Friedrich Glauser beherbergt hat, "Siegfried, mein schizophrener Bruder" von Stella Tinbergen und die mehrteilige österreichische Filmserie "Nervenkriege" (26.11.) von Peter Stasny und Stefan Kerimbiegel, die Probleme ehemaliger Psychiatrie-Patienten aufgreift.

Weingartners mit dem Max Ophüls Preis prämiertes Kinodebüt "Das weiße Rauschen" über einen jungen Mann, bei dem Schizophrenie ausbricht, wird am 30. November wiederholt. Und als Abschlussfilm läuft am 1. Dezember die Komödie "Wanted" von Harald Sicheritz über einen Unfallchirurgen, der sich freiwillig in eine geschlossene Anstalt zurückzieht, weil er seinen Alltag nicht mehr bewältigt. Im Anschluss findet eine Publikumsdiskussion mit Sicheritz und Tinbergen statt. (APA)

Festival "Wahn-Sinns-Filme", bis 1. Dezember imWiener De France Kino, 1., Schottenring 5, Karten unter Tel. 01-317 52 36 oder per Email

Info-Links:

Caritas: Wahn-Sinns-Filme

Votivkino.at
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