Zellkommunikation: Spezielle Signalkette unter der Lupe

9. Dezember 2005, 16:34
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Forschungsbereich widmet sich der Rolle des "Jak-Stat-Signalwegs"

Wien - Das klaglose Funktionieren der Kommunikation in und zwischen den Zellen ist für die Gesundheit eines Organismus von entscheidender Bedeutung. Störungen in den Signalwegen verursachen Krankheiten. Einer speziellen Signalkette, dem "Jak-Stat-Signalweg", widmet sich ein neuer, kürzlich vom Wissenschaftsfonds FWF genehmigter Spezialforschungsbereich, der vom Genetiker Mathias Müller von der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) koordiniert wird und an dem die Uni Wien, die Medizin-Uni Wien, das Institut für Molekulare Pathologie (IMP) und das Ludwig Boltzmann-Institut für Krebsforschung beteiligt sind.

Der Signalweg ist nach zwei Klassen von Proteinen benannt, die für die Kommunikation zwischen den Rezeptoren an der Zelloberfläche und den Zielgenen im Zellkern sorgen. Dabei handelt es sich um Janus Kinasen (Jaks) und die Stats (signal transducers and activators of transcription). Erst wenn die Jaks die Stats durch Phosphorylierung aktivieren, können sie in den Zellkern gelangen und dort eine entsprechende Gen-Expression in Gang bringen. Vier verschiedene Jaks und sieben Stats sorgen dabei für essenzielle Funktionen wie Zellteilung, -aktivierung, -spezifizierung, -wanderung und -tod.

"Einzigartiger Ansatz"

In vier verschiedenen wissenschaftlichen Aufgabenbereichen wollen sich die Wissenschafter in dem laut Müller größten europäischen Jak-Stat-Forschungsschwerpunkt der Rolle dieses Signalwegs bei Infektionen und Entzündungen sowie bei Krebs widmen. "Einzigartiger Ansatz" dabei, so Müller im Gespräch mit der APA, sei, dass man von einem definierten Molekülnetzwerk ausgehe. Dass dieses interessant ist, zeige auch das Interesse der Pharmaindustrie, welche die beiden Protein-Familien bereits als "Prime-Drugtarget" erkannt habe, bisher aber noch zu wenig über die genauen Wirkungsmechanismen weiß.

Der neue Spezialforschungsbereich ist auf zehn Jahre ausgelegt. Für die ersten vier Jahre hat der FWF eine Förderung in Höhe von 3,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. (APA)

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