Becom mit bestem Ergebnis in der Unternehmensgeschichte

8. Dezember 2005, 17:44
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Die Bewag-Tochter steigerte den Umsatz um 16 Prozent und will im Automotiv- und Medizinbereich neue Geschäftsfelder erobern

Hochstraß - Die Bewag-Tochter Becom (Burgenländische Elektronik- und Kommunikationssysteme Ges.m.b.H.) konnte das Wirtschaftsjahr 2004/05 laut Geschäftsführer Franz Klein mit einem Rekordergebnis abschließen: Der Umsatz des Elektronik-Unternehmens mit Sitz in Hochstraß (Bezirk Oberpullendorf) stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent (4,3 Mio. Euro) auf 31,5 Mio. Euro. Das EGT legte im selben Zeitraum um 29 Prozent auf 2,7 Mio. Euro zu.

Damit habe man im Jubiläumsjahr - die Becom besteht seit 20 Jahren - den höchsten Umsatz und den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte erzielt, zog Klein heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz Bilanz.

Der High-Tech-Betrieb beschäftigt derzeit im Burgenland 252 Mitarbeiter (2002: 158), zusammen mit der ungarischen Tochterfirma AIRAM bewege man sich langsam in Richtung 300. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden in Hochstraß 31 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Rund 85 Prozent des Umsatzes werden mit acht Kunden erwirtschaftet, darunter befinden sich etwa die VATech-SAT, Schrack-Seconet und Swarco Futurit. Die restlichen 15 Prozent verteilen sich auf 66 weitere Abnehmer, so Klein.

"Wir wollen im laufenden Jahr 34 Mio. Euro Umsatz machen", skizzierte der Becom-Geschäftsführer weitere Ziele. Einige Projekte, wie etwa ein elektronisches Stromablesegerät, seien zum Teil bis 2010 vertraglich abgesichert und würden zu Umsatzsteigerungen führen. Im Geschäftsjahr 2004/05 wurden rund 1,3 Mio. Euro investiert, heuer seien rund 2 Mio. Euro geplant. Die Eigenkapital-Basis liege mittlerweile bei 45 Prozent.

Sehr zufrieden mit Entwicklung

Er sei mit der Entwicklung des Unternehmens "sehr zufrieden", sagte Bewag-Vorstandssprecher Hans Lukits: Nach einer Krise, die 2002 das Unternehmen bedrohte, habe man mittlerweile im dritten Geschäftsjahr in Folge steigende Umsätze und Erträge erwirtschaften können. Die BEWAG verfügt über 67,5 Prozent der Becom-Anteile, den Rest hält der frühere Telekom Austria-Chef Werner Kasztler. Bei den Stimmrechten hält die BEWAG 92 Prozent.

Das Unternehmen sei auch strategisch neu aufgestellt. Im Automotiv- und Medizinbereich will man neue Geschäftsfelder erobern, einiges sei bereits in den vergangenen Jahren gelungen. So wurde beispielsweise die Zahl der Mitarbeiter in der Produktentwicklung um drei auf zehn erhöht. Derzeit wird eine elektronische automatische Löschanlage (EAL) für Fahrzeuge entwickelt, die bereits präsentiert wurde. Das Produkt könnte in einigen Jahren serienmäßig in Fahrzeugen eingebaut werden. Bereits im Gespräch sei man mit Herstellern von Nutzfahrzeugen, Lkws und landwirtschaftlichen Maschinen, berichtete Klein.

Automotiv- und Medizintechnikmarkt

Um sich auf Anforderungen im Automotiv- und im Medizintechnikmarkt einzustellen, werden derzeit entsprechende qualitätsrechtliche Standards eingeführt (Automobilstandard ISO/TS 16949, Medizintechniknorm EN/ISO 13485). Der gesamte Produktionsablauf der Becom wird unter dem Titel "Produktsegmentierung" neu organisiert. Dabei werden Arbeitsprozesse in "Produktionsinseln" zusammengefasst, in denen Produkte bis zum Versand gefertigt werden. Erste im September und Oktober eingerichtete Segmente zeigten bereits gute Erfolge, schilderte Klein.

In die Ausbildung der Mitarbeiter wurden im Vorjahr über 200.000 Euro investiert. Arbeitskräfte, die neu in die Becom kommen, müssen, wenn nicht entsprechende Kenntnisse vorliegen, einen mindestens fünfwöchigen Elektronik-Grundkurs absolvieren. Im Jubiläumsjahr zeige sich nicht nur der wirtschaftliche Erfolg, man habe auch "zwei Top-Ergebnisse erreicht", so BEWAG-Vorstand Josef Münzenrieder: Beim internationalen E2MS-Award wurde die Becom zum Elektronikdienstleister des Jahres gewählt, bei "Austrias Leading Companies" wurde das Unternehmen Burgenland-Sieger in der Kategorie "Goldener Mittelbau". (APA)

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