Absicherung für Frauenhäuser wichtig

25. November 2005, 20:10
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Aufenthaltsrecht für Migrantinnen gefordert - Anti-Gewalt-Fahnen werden gehisst

Wien - Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bekräftigten die österreichischen Frauenhäuser am Freitag einmal mehr ihre Forderung nach finanzieller Absicherung durch mehrjährige Förderverträge mit der öffentlichen Hand. Frauenhäuser, Beratungsstellen und andere Opferschutzeinrichtungen sehen sich mit der Situation konfrontiert, nie über den zeitlichen Rahmen eines Jahres hinaus planen zu können, wenn sie mittels öffentlicher Subventionen finanziert werden.

Eine Ausnahme bilden hier die vier Frauenhäuser in Wien, deren Budget durch die Stadt gesichert ist sowie die Bundesländer Oberösterreich und Burgenland, deren Finanzierung im Sozialhilfegesetz der Länder verankert ist.

Aufenthaltsrechte

Eine langjährige und dringliche Forderung der Frauenhäuser ist es auch, Migrantinnen einen eigenständigen Aufenthalt in Österreich rechtlich zu garantieren, was trotz des neuen Fremdenrechtes derzeit nicht der Fall ist. Auch die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) tritt für ein vom Ehemann unabhängiges Aufenthaltsrecht für Migrantinnen ein, um familiäre Gewaltsituationen leichter aufbrechen zu können. Denn derzeit müssen Migrantinnen befürchten, dass sie im Falle einer Trennung vom Ehemann ihre Niederlassungsbewilligung verlieren und verharren deshalb in häuslichen Gewaltsituationen.

Die Geschäftsführung der kfbö appellierte deshalb an die Bundesregierung, strukturelle Gewalt, die Frauen in Armut, Abhängigkeit und Unterdrückung zwingt, effizienter europaweit zu bekämpfen. Nur so könne Eigenständigkeit von Frauen als Basis für die Überwindung von Abhängigkeit und Gewalt ermöglicht werden.

Notruftelefone

Ein weiterer Trend, den Mitarbeiterinnen von Fraueneinrichtungen mit Sorge verfolgen, ist dass immer mehr regionale Notruftelefone für Gewaltopfer eingerichtet werden. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser verweist hier auf die Frauenhelpline gegen Männergewalt 0800/222 555, die ihre telefonischen Beratungsdienste in ganz Österreich kostenlos und rund um die Uhr anbietet. Zu viele Telefonnummern und Angebote könnten sich für Hilfesuchende kontraproduktiv auswirken, so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Anti-Gewalt-Fahnen

Der 25. Dezember ist der Auftakt der 16-tägigen Kampagne gegen Gewalt. Bis zum 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) steht die Auseinandersetzung mit männlicher Gewalt an Frauen und Kindern im Zentrum zahlreicher Veranstaltungen und Aktivitäten auf der ganzen Welt. Ein inzwischen traditioneller Teil davon ist die Fahnen-Aktion: Die Anti-Gewalt-Fahne weht auch heuer an zahlreichen öffentlichen Gebäuden im gesamten Bundesgebiet von Universitäten über Rathäuser bis zum Hauptgebäude der Wiener Polizei. Die Fahne trägt die Aufschrift "Frei leben ohne Gewalt" und kann über die deutsche Menschenrechtsorganisation "Terre des Femmes" bezogen werden. (red)

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