Keine Gedichte über Karadzic und Mladic

1. Dezember 2005, 16:58
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Vuk Draskovic stoppt Vorhaben des Belgrader Kunst- und Literaturinstituts, um "politischen und Kulturskandal" zu verhindern

Belgrad - Das Vorhaben des Belgrader Kunst- und Literaturinstituts, in eine Sammlung serbischer epischer Dichtung auch zwei Gedichte über die beiden mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic aufzunehmen, ist vom serbisch-montenegrinischen Außenminister Vuk Draskovic gestoppt worden. Das Programm zum Thema "Mündliche Tradition der serbischen epischen Dichtung" wird von der UNESCO finanziert. Draskovic habe einen "politischen und Kulturskandal" verhindern wollen, teilte sein Ministerium Donnerstagabend mit.

Über den früheren bosnisch-serbischen Präsidenten Karadzic und seinen Armeechef Mladic wurden noch während des dreijährigen Bosnien-Krieges (1992-1995) epische Gedichte verbreitet. Beide wurden vom UNO-Kriegsverbrechertribunal des Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen angeklagt und befinden sich schon seit zehn Jahren auf der Flucht.

Wie der Fall aufgedeckt wurde, ist nicht bekannt. Das Belgrader Institut hat allerdings bereits eine CD mit serbischer epischer Dichtung, die auch Gedichte über Karadzic und Mladic enthält, am serbischen Kulturministerium vorbei an die UNESCO verschickt.(APA)

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    Besungen und gesucht: Ratko Mladic und Radovan Karadzic

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