Verfahren gegen die Türkei dauert länger als erwartet

29. November 2005, 21:18
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FIFA-Beauftragter schilderte Szenen: Tür zu Schiedsrichtern wurde von Terim und Torhüter Volkan aufgebrochen

Zürich - Das FIFA-Verfahren gegen den türkischen Fußball-Verband im Zusammenhang mit den skandalösen Vorfällen bei der WM-Barrage gegen die Schweiz kann nicht wie geplant vor der Auslosung der WM-Gruppen für die Endrunde 2006 in Deutschland am 9. Dezember in Leipzig beendet werden. Auf Grund der aufwendigen Beweisführung und -aufnahme verzögere sich der Abschluss der Untersuchungen mindestens bis Jahresende, sagte FIFA-Sprecher Andreas Herren am Freitag gegenüber "Radio Zürisee".

Tags zuvor hatte einer von zwei FIFA-Beobachtern für das Skandal-Rückspiel in Istanbul erstmals öffentlich die Vorfälle kommentiert. "Während des Spiels ist nichts passiert, aber danach haben sich unvorstellbare Szenen ereignet. Vor allem was Emre, Alpay, (Co-Trainer) Mehmet Özdilek und (Teamchef) Fatih Terim auf dem Spielfeld geboten haben, war kein sportliches Verhalten", sagte der Pole Michal Listkiewicz der Schweizerischen Gratiszeitung "20 Minuten".

"Was ich in der Referee-Kabine sag, gab mir noch mehr zu denken. Die Tür war - wie ich später vom Schiedsrichter erfuhr - von Terim und Torhüter Volkan aufgebrochen worden", fuhr Listkiewicz fort und forderte vom Weltverband drastische Maßnahmen: "Solchen Vorfälle gebühren hohe Strafen. Ich glaube, die verwickelten Spieler und Trainer werden im Minimum ein und maximal zwei Jahre gesperrt." Laut Angaben von "Blick" habe der belgische Schiedsrichter Frank de Bleeckere sogar vor Angst geweint.(APA/SIZ)

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