David Irving bleibt bis auf weiteres in Haft

11. Dezember 2005, 19:27
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Wegen Tatbegehungs- und Fluchtgefahr - Enthaftung gegen Kaution im Rahmen des Haftprüfungsverfahrens abgelehnt

Wien - David Irving bleibt bis auf weiteres in Haft. Das hat Untersuchungsrichter Peter Seda am Freitag im Rahmen der Haftprüfung im Wiener Straflandesgericht entschieden, wo den 67-jährigen englischen Rechtsaußen-Historiker ein Prozess wegen Wiederbetätigung im Sinne des Paragrafen 3 g Verbotsgesetz erwartet. Eine dementsprechende Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien liegt vor, die sich auf Vorträge des Holocaust-Leugners aus den Jahren 1989 in Wien und Leoben bezieht.

Verteidiger Elmar Kresbach hatte die Enthaftung Irvings beantragt, weil keine Haftgründe vorlägen. Der Mann sei englischer Staatsbürger und daher innerhalb der EU für die Justiz jederzeit greifbar. Außerdem habe er sich in Österreich seit 16 Jahren nichts zu Schulden kommen lassen. Kresbach sicherte zu, Irving werde sich dem laufenden Verfahren nicht entziehen. Als Garantie dafür bot er die Hinterlegung einer Kaution von 10.000 bis 20.000 US-Dollar an.

"Das wurde vom U-Richter abgelehnt. Die Haftgründe Tatbegehungs- und Fluchtgefahr sind nach wie vor gegeben", erklärte Gerichtssprecherin Alexandra Mathes gegenüber der APA. Der nächste reguläre Haftprüfungstermin findet in vier Wochen statt.

Nur mehr elf Tage hat Irving Zeit, um gegen die Anklage Einspruch zu erheben. Ein solcher würde das weitere Prozedere zwar verzögern. Dass sich der 67-Jährige vor Geschworenen verantworten muss, weil er die Existenz von Gaskammern in Auschwitz und die Judenverfolgung durch Hitler geleugnet sowie die Pogrome der "Reichskristallnacht" als SA-Männer verkleideten "Unbekannten" zugeschrieben hatte, ist aber fix. (APA)

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