Rajapakse will Waffenstillstand mit Tamilen neu verhandeln

23. Dezember 2005, 15:36
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Neuer Präsident gegen Zugeständnisse an LTTE - Wies Forderung nach einem eigenen Staat im Norden und Osten zurück

Colombo - Wenige Tage nach seiner Wahl hat der neue Staatspräsident von Sri Lanka, Mahinda Rajapakse, Änderungen am Waffenstillstandsabkommen mit den tamilischen Separatisten angekündigt. Die Regierung sei zu direkten Gesprächen mit der Rebellengruppe "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) bereit, sagte Rajapakse am Freitag vor dem Parlament in Colombo. Die Bedingungen der inzwischen als brüchig geltenden Waffenruhe von 2002 müssten neu verhandelt werden. Ziel sei es, terroristische Angriffe sowie die Rekrutierung von Kindersoldaten zu stoppen.

Eigener Staat

Die Forderung der Separatisten nach einem eigenen Staat im Norden und Osten der Insel wies Rajapakse erneut zurück. Sri Lanka werde die Heimat aller seiner Bevölkerungsgruppen bleiben und jeder sollte sich in allen Landesteilen frei bewegen können, sagte er. Die Rebellen haben bereits erklärt, dass sie Rajapakse als Gesprächspartner ablehnen.

Kompromissloser Kurs<7b>

Schon im Wahlkampf hatte sich Rajapakse zwar für einen langfristigen Frieden mit den tamilischen Rebellen ausgesprochen, zugleich aber einen kompromisslosen Kurs signalisiert, was deren Unabhängigkeitsforderung angeht. Die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommens - das einen Schlussstrich unter den jahrelangen Bürgerkrieg in dem Inselstaat ziehen sollte - können nur von beiden Seiten einvernehmlich geändert werden.

Mit Spannung wird daher am Sonntag die Jahresansprache von LTTE-Anführer Velupillai Prabhakaran erwartet. Beobachter gehen davon aus, dass er mit erneuten Kämpfen drohen und die Regierungstruppen zum Abzug aus Rebellengebieten auffordern wird. (APA/Reuters)

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