Nach Umweltkatastrophe soll Aktivkohle das Wasser reinigen

29. November 2005, 11:48
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Besonders gut zur Aufnahme von Schadstoffen geeignet

Peking/Moskau - Nach der Umweltkatastrophe im Fluss Songhua in Nordostchina versuchen die Behörden, das Wasser mit Aktivkohle zu reinigen. Mehr als 1000 Tonnen werden am Freitagabend mit Lastwagen aus zwei Nachbarprovinzen in die Großstadt Harbin transportiert. Die künstlich hergestellten, porösen Kohlenstoffe eignen sich mit ihrer schwammartigen Struktur und großen spezifischen Oberfläche besonders gut zur Aufnahme von Schadstoffen.

Die Vorräte der Stadt reichen aber nicht aus, um das bei einem Chemieunglück ausgelaufene Benzol und Nitrobenzol aus dem Wasser zu filtern. Vier Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen.

Hamsterkäufe

In Russland wuchs die Angst vor der Giftkatastrophe, da der Fluss Songhua an der Grenze in den russischen Strom Amur mündet. Der Giftteppich bewegt sich langsam auf die Stadt Chabarowsk im Fernen Osten zu, wo die Behörden am Freitag den Notstand ausrufen wollten. Nach Hamsterkäufen gab es erste Engpässe bei Trinkwasser. In Harbin äußerte das städtische Wasserwerk die Hoffnung, am Sonntag die Wasserversorgung wieder aufnehmen zu können, wenn das verschmutzte Wasser weitergezogen ist.

Bei dem Chemieunfall am 13. November in Jilin, der Hauptstadt der gleichnamigen Nachbarprovinz, waren nach offiziellen Angaben etwa 100 Tonnen Chemikalien ins Wasser ausgelaufen. Das Flusswasser ist auf 80 Kilometer verunreinigt. Nachdem das Chemiewerk anfangs noch jede Verbindung zwischen der Wasserverschmutzung und dem Unglück bestritten hatte, entschuldigte sich der Betreiber, das große Ölunternehmen China National Petroleum Corporation (CNPC), bei den Menschen in der jetzt besonders betroffenen Provinz Heilongjiang. (APA/dpa)

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