Singender Eisberg in der Antarktis entdeckt

2. Dezember 2005, 17:52
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Mit einer Frequenz von 0,5 Hertz sind die Töne für das menschliche Ohr aber nicht wahrnehmbar

Berlin - Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben in der Antarktis einen singenden Eisberg entdeckt. Bei der Untersuchung von Erdbewegungen stießen die Forscher auf einen Eisberg, der musikalisch anmutende Klänge erzeugt. Mit einer Frequenz von 0,5 Hertz seien die Töne zwar für das menschliche Ohr zunächst nicht wahrnehmbar. Auf schnellerer Geschwindigkeit abgespielt hörten sie sich jedoch an wie ein Bienenschwarm oder ein sich warmspielendes Orchester, berichteten die Forscher.

Bei einer zwischen Juli und November 2002 durchgeführten Untersuchung seismischer Signale hatten die Wissenschaftler die überraschenden Geräuschen aufgezeichnet. Sie verfolgten sie zurück und stießen auf einen 50 Mal 20 Kilometer großen Eisberg, der auf einer unter Wasser liegenden Landzunge aufliegt. "Das Wasser drängt mit großem Druck durch seine Gletscherspalten und Tunnel, und der Eisberg beginnt zu singen", sagte die Wissenschaftlerin Vera Schlindwein. "Der Ton geht auf und ab, wie bei einem richtigen Lied". Die Ergebnisse der Forscher sollen am Freitag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht werden. (APA/Reuters)

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