ETA fordert internationales Eingreifen im Basken-Konflikt

25. November 2005, 13:14
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Verhandlungsangebot an Regierungen in Madrid und Paris

Madrid - Die baskische Untergrundorganisation ETA hat die internationale Gemeinschaft am Donnerstag zum Eingreifen in den Konflikt um die nordspanische Region aufgefordert. In einer an Medien und Botschaften verschickten Erklärung forderte die Organisation eine international ausgehandelte Lösung. Die internationale Gemeinschaft dürfe sich aus der ernsten Situation im Baskenland nicht heraushalten, hieß es in dem Schreiben.

ETA hob in dem Schreiben laut der spanischen Nachrichtenagentur EFE hervor, dass die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero (PSOE) "neue Elemente" in die Diskussion gebracht. Sie habe aber auch keine "Antwort auf die Wurzeln des Problems" gegeben. Die Terrorgruppe hob hervor, dass "Euskal Herria" (Baskenland) weiterhin unterdrückt werde.

Verhandlungsprozess

Man sei aber bereits einen Verhandlungsprozess mit den Regierungen Spaniens und Frankreichs zu beginnen. Eine Lösung des Konflikts sei möglich. Anzeichen für einen von Madrid als Voraussetzung für Gespräche geforderten Gewaltverzicht der Organisation gab es darin nicht. In einer ersten Reaktion hieß es seitens der Regierung lediglich, dass dieser definitive Schritt gefordert werde.

Die ETA wird von der spanischen Regierung, den USA und der Europäischen Union als terroristische Vereinigung eingestuft. Seit 1968 hat sie rund 850 Menschen getötet, viele durch Bombenanschläge. Die Organisation will im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs einen unabhängigen Baskenstaat errichten. (APA/Reuters/dpa/EFE)

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