Training II: Miller am Hosenboden

26. November 2005, 22:02
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Lake Louise: Norweger Svindal dominierte zweites Abfahrtstraining, Walchhofer Sechster - Schifferer zeigt ansteigende Form

Lake Louise - Aksel Lund Svindal hat am Donnerstag überraschend das zweite Abfahrtstraining der Herren in Lake Louise für sich entschieden. Das norwegische Multitalent war bei deutlich kälteren Temperauren 0,01 Sek. schneller als der kanadische Lokalmatador Erik Guay und 0,38 als der norwegische Routinier Lasse Kjus. Michael Walchhofer war als Sechster (+0,51) erneut bester Österreicher, am Freitag steht zur Rennzeit (20:30 Uhr MEZ, live ORF 1) das Qualifikationstraining auf dem Programm.

Am Donnerstag war das Training wegen der zuletzt hohen Temperaturen um gleich 1,5 Stunden vorgezogen worden. Erstmals unter dem Gefrierpunkt waren diesmal andere Fahrer voran als noch am Mittwoch, als der Franzose Antoine Deneriaz - allerdings mit einem Torfehler - vor Walchhofer dominiert hatte.

Diese beiden gehören zusammen mit Bode Miller (am Donnerstag 9.) aber zu den großen Favoriten für die erste Abfahrt im Olympia-Winter am Samstag. "Ich bin zwar nicht voll unterwegs gewesen, eine halbe Sekunde Rückstand heißt aber doch, dass auch ich mit locker Fahren am Samstag nichts gewinnen werde", sagte Topfavorit Walchhofer nach dem zweiten Training.

Still und heimlich hat sich unterdessen Andreas Schifferer zu einem Co-Favoriten aufgeschwungen. Am Mittwoch Fünfter, war der Salzburger, der vergangenes Jahr wegen mentaler und gesundheitlicher Probleme die halbe Saison verpasst hatte, als Achter erneut zweitbester ÖSV-Fahrer. "Ich fühle mich nicht nur besser, ich bin besser", kommentierte der Salzburger seine ansteigende Form mit Humor.

Bode Miller, der hier im Vorjahr Abfahrt und Super G gewonnen hatte, kam auch im zweiten Training nicht in die Top Fünf. Vielmehr saß der US-Skistar fünf Mal auf dem Hosenboden. Vier Mal während seines Trainingslaufes, ein Mal war er auf dem eiligen Weg zum Start in Skischuhen auf einer steilen Stiege ausgerutscht. Ob er wie im Vorjahr dominieren könnte, war ihm vorerst offenbar egal. "Aber es ist ein gutes Gefühl, als zweifacher Sieger hierher zurückzukommen."

Schön langsam kehrt in Lake Louise der Winter zurück, nachdem zuletzt deutliche Plusgrade für frühlingshafte Bedingungen gesorgt hatten. Trotz schlechter Prognosen soll nun das Wetter den ersten Herren-Speedrennen der Olympia-Saison am Wochenende keine Probleme machen. Kommende Woche bei den Damenrennen soll dann die Temperatur im Ski-Ressort westlich von Calgary wieder auf "gewohnte" 20 Grad unter Null fallen. (APA)

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    Kristian Ghedina fröstelt es.

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