Portugals Homosexuelle fordern EU-Reaktion auf Vatikan-Erlass

24. November 2005, 21:03
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Kirche bestätige "ihre absurde Haltung zu Aids und dem jahrelangem Missbrauch von Minderjährigen"

Lissabon - Portugiesische Homosexuelle haben die Europäische Union aufgefordert, sich zu dem Vatikan-Erlass zum Ausschluss von homosexuellen Priesteranwärtern von der Priesterweihe zu äußern. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung fragt die Website Portugal Gay, wie die EU auf die Anweisung reagiere, nachdem sie zahlreiche Menschenrechtsgesetze in europäischen Staaten durchgesetzt habe. "Ein kleiner Staat inmitten Europas stellt sich gegen all diese Maßnahmen." Der jüngste Erlass bestätige die "traurige Tradition" der Kirche mit "ihrer absurden Haltung zu Aids und dem jahrelangem Missbrauch von Minderjährigen, den sie in den USA, Irland, Kanada, Deutschland und Frankreich zu ignorieren versuchte".

Klares Nein gegen Homosexualität im Priesteramt

Die noch unveröffentlichte Anweisung des Vatikans hatte in Deutschland bei den Grünen und der FDP sowie dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) für Entrüstung gesorgt. Das Papier, das in der kommenden Woche offiziell publik gemacht werden soll, war am Dienstag an die Öffentlichkeit gelangt. Darin heißt es, die katholische Kirche dürfe nur solche Männer für das Priesteramt zulassen, die keine Homosexualität praktizierten, eine entsprechende Neigung nicht offen zur Schau trügen und die so genannte Schwulenkultur nicht unterstützten. Falls ein Priesteramtskandidat im Erwachsenwerden homosexuelle Tendenzen gezeigt habe, müsse dieser vor einer Weihe zum Diakon mindestens drei Jahre lang klar überwunden sein. (APA)

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