Interview: Rudolf Quehenberger

24. November 2005, 20:24
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Frank Stronach sagte oft "Rudi Quellenberger", wenn er den Ex-Chef von Ex-Salzburg und einen "Stronach-Mann" der ersten Stunde meinte

Standard: Frank Stronach steigt bei der Austria aus und will auch nicht mehr Liga-Präsident sein. Überrascht?
Rudolf Quehenberger: Nein, beides ist nachvollziehbar. Ich gratuliere ihm dazu, dass er auch dem Intrigantenstadl Austria den Rücken kehrt.

STANDARD: Investiert er vielleicht in einen anderen Verein?
Quehenberger: Der Hannes Kartnig freut sich ja schon. Aber ich glaube, dass Stronach vom Profifußball genug hat. Das zeigte ja auch sein Rückzug als Präsident. Wie ich ihn kenne, bleibt er dabei. Die Akademie behält er.

STANDARD: Stronach hat in der Anfangszeit alle Vereine unterstützt. Haben manche nur dadurch überleben können?
Quehenberger: Wie es bei den anderen war, kann ich nicht sagen. Wir hätten es auch ohne ihn geschafft. Die Millionen waren ja für die Abtretung der Rechte für den TV-Wettkanal. Das war sein Risiko, vielleicht ist's an der Politik gescheitert. Jetzt macht's TW1.

STANDARD: Was unterscheidet Stronach von Didi Mateschitz?
Quehenberger: Es steht mir nicht zu, das zu beurteilen. Aber Salzburg ist ein anderer Boden als Wien, da lässt man die Menschen arbeiten.

STANDARD: Sind Sie froh, dass Sie vom Fußball weg sind?
Quehenberger: Ich bin froh, dass ich nach 20 Jahren keine Verantwortung mehr trage. Dabei bin ich ja nach wie vor - als Fan der Salzburger. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 25. November 2005, Sigi Lützow)

ZUR PERSON:

Rudolf Quehenberger, 64, ehemaliger Speditionsbesitzer, war von 1984 bis zur Übernahme durch Red Bull im Frühjahr dieses Jahres Salzburg-Präsident.

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