Klagenfurt: Zehnjährige in Kellerabteil gesperrt

27. November 2005, 18:49
7 Postings

Kind wurde mit Tritten, Prügel und Einsperren bestraft - Fünf Monate bedingt für Mutter

Klagenfurt - Tritte, Prügel und Einsperren im Keller: Mindestens zwei Jahre lang soll ein Klagenfurter Paar ihre zehnjährige Tochter mit Tritten, Prügel und Einsperren bestraft haben. Am Donnerstag wurde die 37-jährige Mutter am Landesgericht Klagenfurt wegen Quälens und Vernachlässigens Unmündiger zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt, der Stiefvater erschien nicht zur Verhandlung. Die Frau nahm das Urteil an.

"Ich weiß nicht mehr, warum ich das getan habe", sagte die Angeklagte aus, die mehrmals während der Verhandlung in Tränen ausbrach. So hatte die Mutter ihre Tochter in einem Kellerabteil eingesperrt und das Licht ausgeschaltet. "Ich fühle mich schon schuldig", meinte die Frau zu den Vorwürfen von Staatsanwältin Eva Pachernigg.

Für den Großteil des Martyriums soll aber der ehemalige Lebensgefährte der Frau verantwortlich sein. Ihm wirft die Anklage vor, mit einen Holzstab aus dem Gitterbett auf seine Stieftochter eingeprügelt zu haben. Schläge seien an der Tagesordnung gewesen, auch Spielzeug wurde zerstört, als Bestrafungsmaßnahme.

"Er ist sehr jähzornig", schilderte die Frau den Charakter ihres Ex-Partners, sie selbst habe immer wieder Angst vor ihm gehabt. So soll er seiner Stieftochter einen Plastiksessel nachgeworfen haben, was Kopfverletzungen bei dem Mädchen nach sich zog. Nach einer Untersuchung durch die Schulärztin wurde schließlich das Jugendamt verständigt. Zu diesem Zeitpunkt litt das Opfer bereits an einer sprachlichen Unterentwicklung, neben Minderwertigkeitskomplexen und Ängsten, erklärte die sachverständige Psychologin. Aufzuholen sei dieser Rückschritt nur mehr teilweise.

Das Mädchen wird derzeit in einem Heim betreut. Die Muter darf ihre Tochter nur noch am Wochenende besuchen.(APA)

Share if you care.