Jeder Fünfte hat schon illegale Drogen genommen

30. November 2005, 14:07
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In Österreich werden vor allem Cannabis, Ecstasy und Amphetamine konsumiert

Wien - Nach dem europäischen wurde am Donnerstag auch der österreichischen Drogenbericht 2005 präsentiert. Der Bericht befasst sich mit der Analyse von drei Schwerpunktthemen: Geschlechtsspezifische Unterschiede, Drogen- versus Suchtpolitik sowie Drogengebrauch im Freizeitbereich. Laut Gesundheitsministerium liegen nun erstmals Daten für das ganze Land vor, die nun auch einen Vergleich mit anderen EU-Ländern ermöglichen.

Der Konsum illegaler Drogen beschränkt sich meist auf eine begrenzte Lebensphase. Ein Fünftel der Befragten gab an, bereits einmal im Leben eine illegale Substanz konsumiert zu haben. Dabei handelt es sich meist um Cannabis, Ecstasy und Amphetaminen.

96,5 Prozent haben Alkohol konsumiert Deutlich ergibt sich ein Unterschied zwischen illegalen Drogen und legalen Substanzen: Alkohol haben 96,5 Prozent einmal im Leben konsumiert, 90,2 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Tabak wurde von 75,8 mindestens einmal in ihrem Leben geraucht. 55,1 Prozent rauchten in den vergangenen zwölf Monaten.

Obwohl die Studien die Trends der vergangenen Jahre bestätigen und eine stabile Situation hinsichtlich des Drogenkonsums aufzeigen, sei die Anzahl der Anzeigen durch bessere Kontrollen deutlich gestiegen. Es wurden im Jahr 2004 insgesamt 25.215 Anzeigen (2003: 22.245) verzeichnet. Starke Zuwächse gab es vor allem bei Cannabis, im geringeren Umfang bei Kokain und Crack.

Strafebn gestiegen

Analog zu den Anzeigen ist auch die Anzahl der Verurteilungen nach dem Suchtmittelgesetz (SMG) mit 5.706 Fällen (4.532 im Jahr 2003) angestiegen. Damit haben die Gesamtzahlen der Verurteilungen nach SMG und ihr Anteil an allen Verurteilungen (1995: 4,7 Prozent, 2004: 12,6 Prozent) neue Höchststände erreicht.

Drogentherapie sol optimiert werden

Zur Optimierung der Drogentherapie hat das Gesundheitsministerium einen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Noch in diesem Jahr soll eine Verordnung mit strengere Regeln für die Substitutionstherapie erlassen werden. Dabei geht es um neue Weiterbildungsstandards für behandelnde Ärzte und strengere Mitgaberegelungen. (APA)

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