"The Secret Hotel" im Kunsthaus Bregenz

29. November 2005, 12:40
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Ausstellung mit Installationen der kanadischen Künstler Janet Cardiff und George Bures Miller

Bregenz - Mit der Ausstellung "The Secret Hotel" der kanadischen Künstler Janet Cardiff und George Bures Miller beschließt das Kunsthaus Bregenz (KUB) das heurige Jahr. Von 26. November bis 15. Jänner präsentiert das KUB auf seinen vier Präsentationsebenen jeweils eine Installation des Künstlerpaars. Neben "The Paradise Institute", einem preisgekrönten Beitrag zur Biennale 2001 in Venedig, gibt es auch drei neue Werke zu sehen. Auch in der Johanniterkirche in Feldkirch wird eine Installation ausgestellt.

Übersteigerte Räumlichkeit

Cardiff & Miller kombinieren Bild, Video und Ton sowie architektonische und skulpturale Rauminstallationen und laden damit Betrachter auf faszinierende und verwirrende Reisen ein. Eine spezielle stereofone Aufnahme- und Wiedergabetechnik löst ein übersteigertes räumliches Hören und Empfinden aus. Auf diese Weise werden Assoziationen hervorgerufen, die sich untrennbar mit persönlichen Erfahrungen zu einer immer neuen Fiktion verweben.

Cardiff & Miller haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten gemeinsam eine beeindruckende Werkfolge entwickelt. Ihre Kunst wurde in vielen renommierten Häusern wie dem P.S.1 in New York oder der Whitechapel Gallery in London gezeigt.

Kino mit Störgeräuschen

Das in Bregenz ausgestellte "The Paradise Institute" zählt zu den bekanntesten Arbeiten von Cardiff & Miller. Die Installation erzeugt eine Situation im Kino: Während für die Besucher ein Film abläuft, werden über Kopfhörer Störgeräusche eingespielt: schmatzende Sitznachbarn, raschelnde Zuspätkommer oder endlos quasselnde Freundinnen. Fiktion, fiktive Realität und die reale Situation der Besucher fließen in der Installation verwirrend ineinander.

Im Mittelpunkt der drei im Kunsthaus Bregenz gezeigten neuen Werke der Künstler stehen ein altmodisches Klavier ("Pianorama"), ein kleiner Raum mit Bett, Sessel und Plattenspieler ("The Secret Hotel") sowie in "Opera for a Small Room" ein Sammler von Opernplatten. Bei "Pianorama" sind die Stimmen der in einer Diskussion befindlichen Künstler zu hören, während das Klavier auf Cardiffs Stimme reagiert und spielt.

Zweitausend Schallplatten

Im "Secret Hotel" ertönt hingegen der Klang einer Schallplatte, bei deren Abspielen die Nadel hängen geblieben ist. "Opera for a Small Room" zeigt schließlich die Geschichte eines kanadischen Opernliebhabers, der inmitten von fast zweitausend Schallplatten einige davon spielt und dazu singt. Die Musik wechselt von ergreifenden Arien zu einer Kakophonie von Stimmen und Rhythmen.

In Kooperation mit der Johanniterkirche in Feldkirch wird auch dort eine Rauminstallation von Janet Cardiff gezeigt. "The Forty-Part Motet" gibt über 40 Lautsprecher eine Bearbeitung von Thomas Tallis aus dem 16. Jahrhundert stammender Komposition "Spem in Alium" wieder. Dabei wurde jede Stimme des 40-köpfigen Chors der Salisbury Kathedrale einzeln aufgenommen. (APA)

  • Janet Cardiff & George Bures Miller: "The Paradise Institute", 2001, Filmstill
    foto: kunsthaus bregenz / courtesy galerie barbara weiss, berlin

    Janet Cardiff & George Bures Miller: "The Paradise Institute", 2001, Filmstill

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